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Mangel an Tierarzneimitteln: Martin Haab reicht Interpellation ein

Es gibt Liefer- und Versorgungsengpässe im Tierarzneimittelbereich. Der Zürcher Bauernpräsident und SVP-Nationalrat Martin Haab wird nun deswegen politisch aktiv.

Die Schweizer Nutztierärzte kämpfen derzeit mit einem Problem, über das wir bereits mehrfach berichtet haben. Wichtige Tierarzneimittel sind nicht oder kaum zu bekommen. Zwei Beispiele: Nach den Kalziuminfusionen, an denen es bereits seit dem Sommer mangelt, geht nun auch Selen aus.

Interpellation eingereicht

Die schwierige Situation hat den Zürcher SVP-Nationalrat, Präsident des Zürcher Bauernverbans und Landwirt Martin Haab nun dazu veranlasst, eine Interpellation einzureichen. «Liefer- und Versorgungsengpässe bei Tierarzneimitteln (TAM) haben in den letzten Jahren zugenommen. Die Tierarztpraxen können auf die Mangellagen nicht rechtzeitig reagieren, weil es keinen Überblick über Beginn und Dauer der Engpässe gibt», schreibt er in seiner Begründung.

Meldestelle schaffen

In ihrem Bericht vom Mai 2022 habe die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) die Schaffung einer obligatorischen Meldestelle für TAM analog der Humanarzneimittel empfohlen. «Bisher hat das BWL keine solche Meldestelle umgesetzt», moniert Martin Haab. Bei den Humanarzneimitteln werde die bestehende Meldeplattform durch eine moderne Variante abgelöst. Die TAM sollen dieselbe Lösung erhalten.

«Die speziellen Vorgaben der Schweizerischen Heilmittelbehörde für den Schweizer Markt führen dazu, dass sich europäisch oder global agierende veterinärpharmazeutische Firmen gegen eine Registrierung in der Schweiz entschliessen, auch gegen die vereinfachte Zulassung», so Haab. Die Pharmakovigilanz /Marktüberwachung könnte bei der Übernahme von EU-Zulassungen über Kooperationsverträge mit EU-Ländern geregelt werden.

«Laufend steigende Qualitätsanforderungen»

«Für Schweizer veterinärpharmazeutische Firmen verteuern die laufend steigenden Qualitätsanforderungen, insbesondere an die Endsterilität, die Produktion und führen dazu, dass sie die Herstellung von TAM aufgeben», gibt er weiter zu bedenken.

Dabei gebe es keine Hinweise darauf, dass in den letzten 20 Jahren Nutztiere zu Schaden gekommen wären, «weil TAM nach der sterilen Herstellung am Schluss nicht nochmals auf Sterilität geprüft worden sind».

Fragen an den Bundesrat

Folgende Fragen möchte Martin Haab vom Bundesrat beantwortet haben: Wie beurteilt der Bundesrat die Versorgung mit Tierarzneimitteln? Wann wird die obligatorische Meldestelle für Liefer- und Versorgungsengpässe bei Tierarzneimittel entsprechend der Empfehlung der Eidgenössischen Finanzkontrolle umgesetzt? Kann der Bundesrat einen verbindlichen Projektplan mit Meilensteinen vorlegen? Wird die Meldestelle Tierarzneimittel in das Projekt zur neuen, unabhängigen modernen Meldestelle für Humanarzneimittel einbezogen und auf diesem Standard umgesetzt? Kann sich der Bundesrat vorstellen, dass die Schweiz EU-Zulassungen im Tierarzneimittelbereich automatisch übernimmt? Wie will der Bundesrat die inländische Produktion und damit die sicherere Versorgung mit Tierarzneimitteln für Nutztiere fördern, wenn diese Firmen dieselben Qualitätsanforderungen wie in der Humanmedizin erfüllen müssen, so dass eine Produktion aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr möglich ist?

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