Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 17:00 Uhr

 

Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 17:00 Uhr

 

Insel der Glückseligen

Reiseberichte | Insel der Glückseligen

Die kleine Meerjungfrau ist ein winziges Persönchen, derart fein und zart, wie sie da auf ihrem Granitfelsen am Wasser sitzt. Sie trauert ja ob der unerfüllten Liebe zu ihrem Prinzen, und die Touristen balancieren eifrig über die Steine am Ufer, riskieren ins Wasser zu fallen, nur um sich möglichst nah beim Meerjungfräulein ablichten zu lassen. Dabei würde niemand etwas verpassen, der die Meerjungfrau nicht besucht – was keine Kritik sein soll am wackeren Edvard Eriksen. Er liess die Skulptur 1903 in Bronze giessen. Das Köpfchen der Meerjungfrau hatte er der befreundeten Ellen Price abgeschaut, der Primaballerina des königlichen Balletts. Für den Körper sass ihm sicherheitshalber seine Gattin Elina Modell.

Entspannte, frohe Menschen

Das Problem ist nur, dass die kleine Meerjungfrau immer irgendwie im Gegenlicht posiert. Auf Ansichtskarten ist die Fischleibige ohnehin am besten zu sehen, denn da fehlt die Heerschar der Touristen, die einem sonst vor der Nase herumtanzt. Darum die Empfehlung: die Meerjungfrau nur als Ansichtskarte erwerben, dafür aber das beste Warenhaus der Stadt betreten, das Magasin du Nord. Hier in der dritten Etage, versteckt hinter einer unscheinbaren Türe, befindet sich ein Schulungsraum, den es auch bei laufendem Unterricht freundlich nickend zu durchschreiten gilt, um endlich in einem baufällig wirkenden Korridor vor einer uralten Holztüre zu landen. Wer sie öffnet, findet sich in einem anderen Jahrhundert wieder. Es ist jenes von Hans Christian Andersen (1805–1875). In dieser winzigen Wohnstube hier mit Bett, Tischchen, Schrank und Ofen hat der Dichter des Märchens «Die kleine Meerjungfrau» einige Zeit gehaust, geschrieben und gefroren. Seine Märchen sind in 123 Sprachen übersetzt und faszinieren Millionen von Kindern, und sie sind – gleichsam typisch dänisch – nicht so moralinsauer wie jene der deutschen Brüder Grimm. Ja, genau, das möchte ich schon nach dem ersten Tag in Kopenhagen gerne festhalten: Die Menschen hier wirken froh und entspannt, und sie sind erfrischend freundlich. Auch darum wird Dänemarks Kapitale immer wieder als lebenswerteste Stadt der Welt ausgezeichnet. Und: In Europa weinen die dänischen Babys am wenigsten, das haben Briten ermittelt.

Werbung
Werbung
Werbung
Leser-Schnappschüsse Weitere Schnappschüsse Senden Sie uns Ihre Schnappschüsse!