Bauernzeitung | Logo | Home
Schweiz-International,Tierhaltung
Publiziert: 01.02.2019 / 16:12
Kommission will das Schreddern lebender Küken verbieten

In der Schweiz soll es verboten werden, lebende Küken zu schreddern. Das fordert die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates (WBK).

Mit 13 zu 7 Stimmen bei 1 Enthaltung hat sie beschlossen, eine Kommissionsmotion mit dieser Forderung einzureichen, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Damit nimmt sie ein Anliegen einer Petition der Veganen Gesellschaft Schweiz auf.

Der Bundesrat soll laut der Motion die Tierschutzverordnung ändern. Diese erlaubt heute das Schreddern lebender Küken. Bei dem Vorgang kommt es vor, dass Küken überleben - beispielsweise mit abgeschnittenen Füssen, wie die WBK zur Begründung des Vorstosses schreibt.

Es liege nahe, dass das Schreddern eines lebenden Tieres nicht im Einklang mit Artikel 1 des Tierschutzgesetzes stehe, hält sie fest. Gemäss dem Artikel ist der Zweck des Gesetzes, die Würde und das Wohlergehen des Tieres zu schützen.

Ethisch fragwürdig

Geschreddert werden Küken mit dem "falschen" Geschlecht. Das ist - unabhängig vom Schreddern - umstritten. Die Kommission schreibt dazu, es sei fraglich, ob es ethisch akzeptabel sei, ein Küken einzig aus dem Grund zu töten, dass es ein Männchen aus einer Legehennenlinie ist.

Der Trend, Rassen nur fürs Eierlegen oder für die Fleischproduktion zu züchten, mache aus dem Tier einen simplen Produktionsgegenstand und führe zu Absurditäten wie dem Schreddern lebender männlicher Küken.

Die Petition "Küken sind kein Abfallprodukt" der Veganen Gesellschaft hat die Kommission indes abgelehnt, zusammen mit drei weiteren Petitionen zum Tierschutz. Diese richten sich gegen Importe von tierquälerisch hergestellten Pelzprodukten und Tiertrophäen. Über die Kommissionsmotion und die Petitionen wird das Parlament entscheiden.

sda

Spannende Geschichten per E-Mail erhalten

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus der Landwirtschaft, unterhaltsame Videos, die neuesten Marktpreise und aktuelle Stellenangebote: Melden Sie sich jetzt kostenlos für den Newsletter an.

Ähnliche Artikel

Vom Küken zum Mastkoloss

Pouletfleisch ist beliebt. Pro Sekunde werden gemäss Zürcher Tierschutz hierzulande zwei Masthühner geschlachtet. In seinem neuen Dossier «Das Masthuhn – ein Bodybuilder» übt dieser Kritik an der Hochleistungszucht und Massentierhaltung. 

11.04.2017

Männliche Küken aufziehen statt töten

In Österreich werden in der Bio-Eier-Produktion die männlichen Küken nicht mehr getötet, sondern aufgezogen und als Schlachtgeflügel vermarktet.

06.10.2016

Ihr Beitrag wird überprüft. Beleidigende, rassistische, nicht in Schriftsprache verfasste oder nicht sachbezogene Beiträge werden gelöscht.