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Schweiz-International
Publiziert: 14.03.2019 / 15:42
Gülle soll künftig weniger stinken

Bauern sollen künftig sorgsamer mit Gülle umgehen. Das Ziel: weniger Gestank und sauberere Luft durch tiefere Ammoniakemissionen.

Das ist ein Kernpunkt der Vernehmlassung zu technischen Änderungen an umweltrelevanten Verordnungen. Das Verfahren beginnt am Donnerstag und dauert bis 21. Juni.

Ammoniakemissionen durch Gülle

Die Schweizerische Landwirtschaft ist für mehr als 90 Prozent der Ammoniakemissionen im Land verantwortlich. Ein Grossteil davon entsteht, wenn Gülle ausgebracht wird oder wenn Jauchegruben keine Abdeckung haben. Genau hier gäbe es Potential zur Reduktion. Das hat der Bundesrat bereits in seinem Entwurf zur Agrarpolitik ab 2022 festgehalten.

Deshalb soll nun in die Luftreinhalte-Verordnung (LRV) aufgenommen werden, dass Güllelager dauerhaft abgedeckt werden. Zudem soll den Bauern vorgeschrieben werden, dass sie künftig Gülle mit sogenannten Schleppschlauchverteilern und nicht mehr mit Pralltellern ausbringen, wo dies topographisch möglich ist.

Landwirtschaft bereits sensibilisiert

Bereits heute würden viele Landwirtschaftsbetriebe diese beiden bewährten Massnahmen umsetzen, heisst es in einer Mitteilung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) vom Donnerstag. Mit dieser Mitteilung kündigt das Uvek das Vernehmlassungsverfahren zu technischen Änderungen an umweltrelevanten Verordnungen an.

Verwaltung produziert Siedlungsabfälle

Darüber hinaus schlägt das Uvek vor, den Begriff "Siedlungsabfälle" zu präzisieren. Hintergrund davon ist, dass seit dem 1. Januar nur die Abfälle von Haushalten und Unternehmen mit weniger als 250 Vollzeitstellen als Siedlungsabfälle gelten, während grössere Unternehmen für ihre Abfälle selber verantwortlich sind.

Dabei zwischen Stuhl und Bänke gefallen sind die öffentlichen Verwaltungen, die nicht als Unternehmen gelten. Deshalb soll nun in der Abfallverordnung (VVEA) der Begriff "Siedlungsabfälle" angepasst werden.

Exportbestimmungen Pflanzenschutzmittel sollen ändern

Änderungen sind auch für die Ausfuhr von Pflanzenschutzmitteln vorgesehen, die in der Schweiz nicht mehr zugelassen sind. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) will für solche Chemikalien den Export nur noch genehmigen, wenn das Einfuhrland dem ausdrücklich zustimmt.

Und: Kinder, die regelmässig auf Böden spielen, nachdem diese von Altlasten saniert worden sind, sollen besser geschützt werden. Entsprechend sollen Konzentrationswerte gesenkt werden, beispielsweise für Blei oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.

sda

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