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Schweiz-International
Publiziert: 10.06.2018 / 16:16
Olympia: Umweltorganisationen erfreut über Walliser Nein

Umweltorganisationen haben sich erfreut über das Nein zur finanziellen Beteiligung an Olympischen Winterspielen im Kanton Wallis geäussert. Der WWF Schweiz sprach von einem Entscheid für die Alpen.

Der Alpenraum brauche keine Mega-Events, sondern mehr Schutz und eine nachhaltige Entwicklung, wird Laura Schmid, Geschäftsführerin des WWF Oberwallis, in einer Mitteilung zitiert.

Auch die Grünen Wallis, die sich an vorderster Front gegen "Sion 2026" engagiert hatten, äusserten sich erfreut über das klare Resultat. Die Mehrheit der Walliserinnen und Walliser habe nicht geglaubt, dass der 100-Millionen-Kredit für Infrastruktur und Sicherheit genügt hätte und habe Angst gehabt, dass das Wallis nach Olympia mit einem Schuldenberg dastehen würde (siehe Kasten).

Auch habe man den Promotoren nicht geglaubt, dass keine neuen Infrastrukturen gebaut würden und dass Olympische Winterspiele nachhaltig durchgeführt werden könnten. Zu gross sei dieser Megaevent in den letzten Jahrzehnten geworden und es habe in der Vergangenheit zu viele negative Beispiele gegeben.

VCS: Schweizer Olympiaprojekt beerdigt

Auch Mountain Wilderness Schweiz will sich weiterhin für olympiafreie Alpen einsetzen. Die heutige Grössenordnung der Spiele würde sich beachtlich auf das sensible Ökosystem der Alpen auswirken, auch ohne zusätzliche Prestige-Bauten. Schon heute erfordere das Aufrechterhalten des Skibetriebes in vielen Gebieten enorme technische Hilfsmittel in Form von Beschneiung.

Für den Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) ist das Schweizer Olympiaprojekt beerdigt. Das dezentrale Konzept von "Sion 2026" hätte zu einem enormen Verkehrsaufkommen über grosse Distanzen geführt, kritisiert der VCS.

Mit dem vorliegenden Konzept habe das Dilemma zwischen der Nutzung von bestehenden Infrastrukturen und einem ökologischen Verkehrskonzept nicht gelöst werden können. Das Versprechen, einen möglichst hohen Anteil des Verkehrs auf der Schiene zu bewältigen, sei nicht konsequent umgesetzt worden. Der VCS äussert sich auch überzeugt, dass sowohl das Gesamtbudget wie auch das Walliser Budget zu tief angesetzt waren.

sda

Wallis sagt Nein zu Olympia-Kandidatur "Sion 2026"

Aus für die Olympia-Kandidatur "Sion 2026": Fast 54 Prozent der Stimmenden im Kanton Wallis haben eine Kostenbeteiligung an der Organisation der Winterspiele abgelehnt.

71'579 Stimmberechtigte sagten am Sonntag im Kanton Wallis Nein zum 100-Millionen-Kredit, 61'019 Stimmberechtigte legten ein Ja in die Urne. Damit lag der Nein-Stimmenanteil bei 53,98 Prozent, der Ja-Stimmenanteil betrug lediglich 46,02 Prozent.

Einzig im Oberwallis fand der Kredit mit einem Ja-Stimmenanteil von 51 Prozent Zustimmung, wobei der Hauptort Brig mit 57 Prozent ebenfalls Nein sagte. Die Kantonshauptstadt Sitten (Sion) als geplante Gastgeberstadt verwarf die Kostenbeteiligung mit 61 Prozent. Aber auch Zermatt (54 Prozent), Siders (57 Prozent) und Martigny (61 Prozent) sagten Nein zur finanziellen Unterstützung.

Im Unterwallis war die Ablehnung mit 57 Prozent am stärksten, aber auch das Mittelwallis wollte mit einem Nein-Stimmenanteil von 51 Prozent nichts von Olympischen Winterspielen "Sion 2026" wissen. Die Stimmbeteiligung betrug 62,6 Prozent. Der Nein-Trend hatte sich in den Umfragen bereits abgezeichnet.

Mit dem Nein des Kantons Wallis ist die Westschweizer Kandidatur "Sion 2026" gescheitert. Die Wettkämpfe sollten in den Kantonen Wallis, Waadt, Freiburg, Bern und Graubünden stattfinden.

Der Bundesrat hatte dem Parlament beantragt, das Projekt "Sion 2026" mit bis zu 994 Millionen Franken zu unterstützen. Das Kandidatur-Dossier sollte bis Anfang 2019 beim Internationalen Olympischen Komitee IOC eingereicht werden. Die Vergabe erfolgt im September 2019 in Mailand.

Für die Austragung der Winterspiele 2026 interessierten sich noch sechs weitere Kandidaten: Calgary (Kanada), Cortina d'Ampezzo/Mailand/Turin, Graz, Sapporo, Stockholm und Erzurum in der Türkei. Die nächsten Winterspiele finden 2022 in Peking statt.

sda

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