Die Europäische Union und Australien nehmen ein Freihandelsabkommen ins Visier. Die erste formelle Gesprächsrunde solle vom 2. bis zum 6. Juli in Brüssel stattfinden, teilte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström am Montag bei einer Pressekonferenz in der australischen Hauptstadt Canberra mit.

"In diesen schwierigen Zeiten ist es ermutigend zu sehen, dass Australien sich genauso wie wir zu einer konstruktiven Handelspolitik bekennt und zu dem Gedanken, dass von einem guten Handelsabkommen beide Seiten profitieren", sagte Malmström. "Freier Handel und offene Märkte bedeuten Jobs - mehr Jobs für Australien und mehr Chancen für die Europäer", sagte Australiens Premierminister Malcolm Turnbull.

Zuletzt hatte die EU bereits Freihandelsabkommen mit Japan und Mexiko ausgehandelt. Viele Zölle fallen damit weg. Ein Abkommen mit Kanada war schon im September letzten Jahres in Kraft getreten.

EU zweitgrösster Handelspartner für Australien

Der bilaterale Warenhandel zwischen der EU und Australien betrug im vergangenen Jahr knapp 48 Milliarden Euro. Dabei exportierte die EU vor allem Fahrzeuge, Maschinen, Chemikalien, Lebensmittel und Dienstleistungen nach Down Under. Ein Abkommen könne den Warenhandel zwischen den beiden Partnern um mehr als ein Drittel erhöhen, teilte die EU-Kommission mit. Der bilaterale Handel mit Dienstleistungen beläuft sich auf rund 28 Milliarden Euro.

Für Australien ist die EU der zweitgrösste Handelspartner nach China. Es wäre eines der grössten Handelsabkommen für die Australier und würde die Türen für einen Markt mit einer halben Milliarde Konsumenten öffnen. Australiens Handelsminister Steven Ciobo unterstrich die Bedeutung der angestrebten Vereinbarung. "Wir öffnen die Tür für die grössten Märkte der Welt", sagte er.

Für die EU steht Australien an 18. Stelle bei den Handelspartnern, mit einem Anteil von 1,3 Prozent am EU-Handel. Australien gehört zu den am schnellsten wachsenden Industrieländern.

Am Donnerstag wird Malmström in Neuseeland erwartet, wo es auch um Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen gehen soll.

awp/sda/dpa