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Nordwestschweiz,Viehzucht
Publiziert: 05.01.2019 / 18:35
Emmental: Magie und viel Milch im Stall

Die Emmentaler treffen sich immer früh im Jahr, um ihre Delegiertenversammlung des Emmentalischen Fleckviehzuchtverbands (EFZV) abzuhalten. 55 Kühe haben heuer im Zuchtgebiet die magische Grenze von 100000 kg Milch überschritten.

Zur Liste der Kühe mit 100'000 kg Milch LL

Bis auf den letzten Platz gefüllt, fühle sich der Saal in Eggiwil BE sehr familiär an, sagte Rudolf Sommer, der am Samstag, 5. Januar, erstmals durch die Delegiertenversammlung des Emmentalischen Fleckviehzuchtverbands (EFZV) führte. Traditionell mit viel Spannung wurde das Traktandum 5c erwartet. Bernhard Hadorn, Schangnau, Michael Hasler, Röthenbach, und Daniel Wittwer, Eggiwil, kandidierten für die beiden frei gewordenen Sitze als Experten der Schweizerischen Beständeschaukommission. «Sie sind schon im Kindesalter mit dem Virus der Viehzucht infiziert worden», erklärte Rudolf Sommer bevor die Wahl begann. Er zeigte sich stolz ob der Tatsache, dass im Emmental stets noch eine Wahl möglich sei. Diese könne nur stattfinden, wenn sich auch genügend Kandidaten auf die frei gewordenen Sitze melden. Mit 149 Stimmen wurde Michael Hasler und mit 121 Stimmen Daniel Wittwer bereits im ersten Wahlgang gewählt.

Starparade steht bevor

Am Sonntag, 24. Februar, sollen wieder die schönsten Kühe aus der Region, die auf den Vorschauplätzen ausgesucht werden, an der Starparade in Burgdorf BE gegeneinander antreten. Aus der Rechnung, die der Versammlung präsentiert und von dieser auch genehmigt wurde, geht hervor, dass die letztjährige Starparade ein Minus von knapp 1000 Franken aufweist. Dem Ertrag von 32000 Franken stehen Ausgaben von rund 33000 Franken gegenüber. Die Festwirtschaft, die 2018 nur noch im Bereich des Stalles vom EFZV geführt wurde, hinterlässt hingegen einen Gewinn von rund 1600 Franken.

Verlust budgetiert

Im kommenden Jahr budgetiert der EFZV einen Verlust von rund 30000 Franken. Dieser resultiert aus dem geplanten Beitrag von 30000 Franken an die Markthalle Langnau, die auf dem Areal der seit längerer Zeit lehrstehenden Reithalle Hübelischachen in Schüpbach realisiert wird. Paul Hirsbrunner, der das Projekt in Eggiwil vorstellte, sagte: «Wir sind auf Kurs.» Die neue Strasse, die es braucht, um das Areal in die entsprechende Zone umzuzonen, koste viel Geld, so Hirsbrunner. Aber ohne, ginge es nicht. Finanziert wird das Ganze unter anderem im Stockwerkeigentum. Die unterschiedlichen Interessen der Viehvermarkter und der Reitvereinsmitglieder, die ebenfalls am Projekt in Schüpbach beteiligt sind, führen dazu, dass man sich zur Finanzierung mittels Stockwerkeigentum einigte. Dort fliessen 800000 Franken in die Kasse der Viehzüchter. Diese sind auch nötig, denn total belaufen sich die Kosten für die Investition in die Halle auf 3,43 Mio. Franken. Die Auktionen sollen bereits kommenden Sommer in Schüpbach über die Bühne gehen, «wenn denn der Fahrplan auch weiterhin eingehalten werden könne», wie Hirsbrunner gegenüber der BauernZeitung ausführte.

Abschied, Dank und Ehrung

Ueli Schlüchter trat in Eggiwil nach einem langjährigen Engagement als Kassier aus dem Vorstand des EFZV zurück. Für ihn konnte die Versammlung Beat Stalder, Schlosswil, als Ersatz wählen. Ueli Schlüchter, Beat Lehmann (abtretender Revisor), Fritz Hofer (60 Jahre als Milchwäger), Anita Mosimann (Siegerin Landfrauenküche 2018), Christian Kobel und Andreas Thomi (abtretende Experten) wurden an der Versammlung humorvoll verdankt, geehrt und verabschiedet.

Besitzer von 55 Kühen ausgezeichnet

Am meisten Zeit, und das seit vielen Jahren, nimmt immer das Verteilen der Plaketten für die Kühe mit der hohen Lebensleistung von 100000 kg Milch in Anspruch. Den Auftakt zur Ehrung dieser Tierbesitzer gab der Ausblick von Markus Gerber, Präsident Swissherdbook. Während die Rassen Swiss Fleckvieh und Simmental in ihrer Entwicklung sehr stabil seien, zeichnet sich in den Rassen Red Holstein und Holstein eine Verschiebung in Richtung schwarz ab, wie Gerber in seiner Ansprache ausführte.

Der EFZV ist neben einer stetig zunehmenden Anzahl an 100000er Kühen auch von sinkenden Zahlen betroffen. So wurden 2018 weniger Stiere an den Schauen aufgeführt, als in den letzten Jahren. Ebenso 26 Mitglieder und 701 Herdebuchtiere gingen verloren. Gesamthaft sind im Emmental noch 28268 Tiere von 1361 Mitgliedern im Herdebuch eingetragen. Das Emmental verliert auch auf den Beständeschauplätzen: 1224 Kühe weniger wurden im vergangenen Jahr aufgeführt, wie der anwesende Schaupräsident Christian Aegerter ausführte.

sb

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