Auswandererblog
Publiziert: 30.04.2015 / 07:50
Auswandererblog: Gesundes Gemisch

Neben der Kartoffel kennt man in Nicaragua weitere Knollenfrüchte, die zu feinen Speisen verarbeitet werden. Ich nehme jedoch je nach Möglichkeit auch europäische Gerichte in meinen Speiseplan auf. So koche ich regelmässig Spaghetti und ergänze das „Gallo-Pinto-Frühstück“ mit einem feinen Konfibrot.

Natürlich werden in Nicaragua nicht nur Bohnen, Mais und Reis gegessen. Es gibt neben Kartoffeln, verschiedene Knollenfrüchte, die bei uns nicht gedeihen: Maniok, Malanga und Quequisque (in der Schweiz evtl. eher unter dem Namen „Taro“ bekannt).

Wir haben alle drei letztes Jahr angepflanzt. Es sind ausdauernde Pflanzen, jedoch nur Maniok übersteht die Trockenzeit gut. Sie wirft ihre Blätter ab und treibt zu Beginn der Regenzeit wieder aus. Wir konnten die ersten Pflanzen vor meiner Abreise ernten (siehe Foto).

Im zweiten Jahr geben sie aber einen besseren Ertrag, denn die grossen langen Knollen nehmen noch an Dicke zu. Quequisque und Malanga gehören zu den Aronstabgewächsen, die am besten an feuchten Standorten wachsen. Wir hoffen, dass unsere Pflanzung die Trockenzeit trotzdem gut übersteht.

Auch an Gemüsesorten findet man im Supermarkt eine grosse Auswahl. Die meisten kenne ich aus der Schweiz. Nur die Chaya (auch Chayote) habe ich erst in Nicaragua kennen gelernt. Es ist eine ausdauernde Kletterpflanze, die zwar zu den Kürbisgewächsen gehört, aber geschmacklich eher einem Kohlrabi ähnelt.

Am häufigsten werden die Knollenfrüchte und die Chaya grob gestückelt mit anderem Gemüse in einer Hühnersuppe gegessen, welche zu den Festtagsspeisen gehört. Zudem werden die Wurzelgemüsen wie die Kartoffeln zu Chips verarbeitet.

Übrigens gibt es in Nicaragua häufig keinen Esstisch. Deshalb wird der Teller auf dem Schoss gehalten und nur mit einem Löffel gegessen. Wir dürfen auf unserer Finca seit kurzem an einem aus eigenen Holz gezimmerten Esstisch sitzen.

Mir schmeckt die nicaraguanische Küche sehr und ich habe meine Kochweise im weitesten Sinne ihr angepasst. Trotzdem erweitere ich unseren Speiseplan nach Möglichkeit gerne mit europäischen Gerichten. Zum Beispiel mache ich regelmässig Spaghetti bolognese, die Dario und ich besonders geniessen.

Ebenso habe ich in einem Supermarkt in Matagalpa ein Vollkornmehl entdeckt, das ich zu „Schweizer“ Brot verarbeite. Die Marmeladen, die man hier kaufen kann, schmecken mir nicht besonders.

So habe ich begonnen aus verschiedenen Früchten selbst welche herzustellen. Der Favorit ist die Passionsfruchtkonfi. Ich konnte gerade noch vor meiner Abreise die ersten Früchte aus unserem Garten verarbeiten. So können wir den „Gallo Pinto“ (=Bohnen-Reis-Gericht) ab und zu mit einem Konfibrot ersetzen oder ergänzen.

Mirka Lötscher

Unsere Bloggerin

Mirka Lötscher ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Ihre Ausbildung als Ing. Agronomin führte sie zu einer Arbeitsstelle am Inforama Bern. Seit bald fünf Jahren ist sie mit Jaime aus Nicaragua verheiratet. Er ist ebenfalls Agronom und für die ersten gemeinsamen Jahre in die Schweiz gekommen. Die beiden haben einen Sohn im Kleinkindalter, Dario. April und Mai verbringen Mirka und Dario in der Schweiz.

BauZ

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