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Tierhaltung
Publiziert: 05.02.2019 / 15:01
Gesunde Euter mit Bakterien statt Antibiotika

Die Schweiz verwendet rekordmässig viele Antibiotika. Die Hochschule Hannover (D) präsentierte kürzlich eine natürliche Alternative.

Schweizer Bauern verwenden rekordmässig viele Antibiotika. Der Grund für eine Antibiotika-Therapie ist in zwei Dritteln der Fälle eine Eutererkrankung. Alternative Behandlungen tun also Not, um die Verbreitung von resistenten Keimen und wirtschaftliche Verluste beim Milchverkauf zu verhindern. Denn Milch von mit Antibiotika behandelten Kühen darf nicht verkauft werden.

Deutsche Forscher arbeiten an wirksamer Alternative zu Antibiotika

Ein deutsches Projekt an der Hochschule Hannover testete Milchsäurebakterien gegen Mastitis. Tatsächlich war die Behandlung entzündeter Euter mit diesen Mikroorganismen (Einbringen in die Milchdrüse) gleich effektiv wie ein Antibiotikum. Anders als das Medikament beruht eine Therapie mit Milchsäurebakterien aber auf einem natürlichen Mechanismus und führt so weder zu Resistenzen noch zu belasteter Milch.  

Den mikrobiellen Zoo im Zaum halten

Kühe sind, genau wie Menschen, über und über mit Mikroorganismen besiedelt. Das stört uns normalerweise nicht weiter. Tatsächlich profitieren Mensch und Tier tagtäglich von Bakterien, z.B. bei der Verdauung. Probleme gibt es erst, wenn dieser winzige Zoo aus dem Ruder läuft. Eine Invasion von Keimen macht krank, wenn das sogenannte Mikrobiom kippt. 

Eine Barriere gegen Keime

Hier kommen die Milchsäurebakterien ins Spiel. Diese gehören zur natürlichen Flora des Euters und können Krankheitserreger verdrängen. Somit verhindern sie das Eindringen der Keime in das Euter, wo sie eine Entzündung auslösen oder erhalten können.

Weitere Arbeit zum marktreifen Produkt

Bis das Ganze marktreif ist, braucht es noch grössere klinische Studien, um die Wirksamkeit zu bestätigen. Auch bei der Anwendungs- und Lagerungsform müssen noch Fortschritte gemacht werden. Die bisherigen Resultate scheinen jedenfalls vielversprechend, dass Antibiotika in Zukunft zunehmend vermieden werden können.

jsc

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