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Schweiz-International
Publiziert: 14.03.2019 / 11:07
Bio-Ernte im Auf und Ab

Bauern wissen es schon lange: Die Erträge schwanken von Jahr zu Jahr. Jetzt hat eine gross angelegte Studie herausgefunden, dass Bio-Ernten stärker schwanken. Im Schnitt um 15 Prozent pro geernteter Einheit. Verglichen wurde mit dem konventionellen Anbau.

Aber was heisst das überhaupt? Wenn ein Bauer bereits wenig ernten kann, ist ein weiterer Verlust natürlich schmerzhafter, als wenn er grosse Mengen einfährt. Bevor nun aber die biologische Landwirtschaft als nicht zukunftsfähig abgestempelt wird, sind die Vorteile davon zu erwähnen. Wie die Studienautoren betonen, fördert der Bio-Anbau die Biodiversität, schützt vor Erosion, verbessert den Boden und schont das Klima. Gerade deshalb sei eine «Input-Output-Analyse» wichtig, die Energieaufwand, Pestizide, Dünger usw. berücksichtigt.

Die Krux der Berechnung

Weitere Analysen der Forscher von der Universität Zürich, der Agroscope und der Technischen Universität München zeigten, dass die Erträge im Bio-Anbau relativ stabiler werden, wenn die Menge an Dünger (Stickstoff und Phosphor) erhöht, dieser besser getimt oder Gründüngungen eingesetzt  werden. Weil dadurch der Ertrag steigt. Das liegt an der Methode zur Berechnung  dieser Schwankungen; Es wird durch die mittlere Ernte über die Zeit geteilt. Ist diese grösser, ist auch die relative Stabilität höher. Absolut ausgedrückt, schwanken biologische Erträge nicht mehr als konventionelle.

Bodenschonung ohne Effekt

In einem zweiten Teil untersuchten die Forscher den Einfluss von bodenschonenden Massnahmen (Direktpflanzung, Bodendeckung und Fruchtfolge). Diese veränderten die Stabilität der Erträge nicht signifikant.

Bio hat noch Potenzial

Die Studie schliesst mit dem Hinweis, dass bisher das Potenzial biologischer Landwirtschaft noch nicht ausgeschöpft sei, da z. B. die Pflanzen bisher vor allem in konventionellen Systemen gezüchtet werden. So konnten sie sich noch nicht an die Umstände im biologischem Anbau anpassen. Robustheit und Konkurrenzfähigkeit könnten noch gefördert werden. Die Forscher sehen auch Potenzial im Einsatz von Robotern gegen Unkraut und Smart Farming für biologisch arbeitende Betriebe. Zudem sei es wichtig, Verschiedenes und in gemischten Kulturen anzubauen, um sich gegen Risiken abzusichern.

Das Patentrezept für die langfristige Ernährungssicherheit scheint noch nicht gefunden worden zu sein. Die Herausforderung besteht darin, genug zu produzieren und dabei die Umwelt zu erhalten. Der Ertrag allein sagt auf längere Sicht nicht genug über die Qualität eines Anbausystems aus.

jsc

Allgemeingültig oder für den Einzelfall?

Übersichtsstudien wie diese, die 193 wissenschaftliche Publikationen aus über 30 Ländern weltweit analysierte, sind immer mit gewisser Vorsicht zu geniessen. Beispielsweise könnte die Umsetzung der biologischen Anbauweise unterschiedlich sein je nach Studie. Zudem variierten die Ergebnisse, etwa abhängig von der Feldfrucht. Mit derart grossen Arbeiten kann man etwas Generelles aussagen (bei Bio schwankt der Ertrag mehr). Aber der Wert für den Einzelfall (die Schweiz, oder eine Region) ist nicht so sicher. Für solche Aussagen sind Einzelstudien besser geeignet.

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