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Zentralschweiz,Tierhaltung
Publiziert: 16.08.2018 / 09:06
Gesundheitstränker IP-Suisse

Neue Anforderungen der Abnehmer in den Labelprogrammen und eine Verbesserung der Tränkergesundheit veranlasst die IP-Suisse, ein eigenes Programm für Tränker zu starten. Der Geburtsbetrieb erhält neu 50 Franken mehr pro Tränker.

Ein gesunder Start ins Leben ist der Grundstein für gesunde und leistungsfähige Tiere in der Fleisch- und Milchproduktion. Zudem ist es ein Auftrag der Landwirtschaft, einen Beitrag zur Antibiotikareduktion zu leisten. Aus diesen Gründen hat die IP-Suisse zusammen mit der ASF / IPS-Kuvag und der Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) das Projekt IP-Suisse Gesundheitstränker lanciert. Der Projektstart erfolgt in der Anfangsphase in der Zentralschweiz. Eine enge Zusammenarbeit mit interessierten Tränkerhändlern wird bewusst forciert.

Anforderungen

Eine frühe und ausreichende Kolostrumgabe, um die Erstversorgung mit Abwehrstoffen (Immunglobulinen) sicherzustellen, ist wichtig für einen guten Lebensstart. Deshalb muss neugeborenen Kälbern innerhalb der ersten vier Lebensstunden mindestens vier Liter Kolostrum verabreicht werden. In den ersten zwei Lebenstagen erhalten die Kälber täglich Muttermilch bis zur Sättigung. Eine genügende Mineralstoffversorgung (Eisen und Selen) muss den Tieren gewährt werden und kann mit Vollmilchergänzern oder anderen Präparaten erfolgen. Eine Impfung gegen Viruserkrankungen der Atemwege wird empfohlen, ist jedoch nicht zwingend vorgeschrieben. Die Notwendigkeit einer Impfung ist von Betrieb zu Betrieb verschieden und soll auf Empfehlung des Bestandestierarztes erfolgen. Sämtliche Anforderungen können bei der IP-Suisse oder der ASF in Sursee LU bezogen werden.

Vermarktung

Die Tiere werden über die ASF/IPS-Kuvag gehandelt, können jedoch über den jeweiligen Kleinhändler geliefert werden. Pro IP-Suisse Gesundheitstränker wird eine Prämie von 50 Franken ausbezahlt.

pd

Fritz Rothen, Geschäftsführer IP-Suisse:

"Die IP Suisse sieht die Notwendigkeit, auch im Tränkerhandel Grundanforderungen zu erlassen, damit der Antibiotikaeinsatz weiter reduziert werden kann. Mit diesem Projekt und der konsequenten Kolostrumgabe  wird die Gesundheit der Kälber verbessert."

Pirmin Furrer, Geschäftsführer ZMP:

"Der ZMP unterstützt die generelle Stossrichtung dieses Projektes. Die Milchwirtschaft ist sich ihrer Verantwortung bewusst, auch im Bereich des Tränkergesundheit einen Beitrag zu leisten. Im Gesamtsystem Milch ist der gesunde Tränker ein zentrales Element, vor welchem wir nicht weiter die Augen verschliessen können. So wollen wir unsere Verantwortung wahrnehmen."

Hans Peter Wolf, Geschäftsführer ASF:

"Der Tränkerhandel ist seit jeher eine Domäne der kleinen Händler. Dies wird auch in Zukunft so sein. Die Logistik und das persönliche Geschäft werden weiterhin die dominierenden Faktoren sein. Die Abnehmer fordern vermehrt Gesundheitstränker. Aus diesem Grunde unterstützen wir diese Bestrebungen und sind gewillt, die Mäster mit diesen Tränker zu beliefern, da die Nachfrage zunehmen wird."

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