Schweiz-International
Publiziert: 16.05.2018 / 10:31
Fenaco will umsatzstarke Bauern am Erfolg beteiligen

Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens will der Grosskonzern die Landi-Mitglieder mit Betrieb am Erfolg beteiligen. Das vergangene Geschäftsjahr war mit einem Betriebsergebnis von 129 Mio Fr. und einem Umsatz von 6,26 Mrd Fr. das erfolgreichste in der Geschichte der Fenaco.

"Seit der Gründung der Fédération nationale des cooperatives agricoles (Fenaco) 1993 in Uettligen BE hat das Unternehmen nie rote Zahlen geschrieben", so CEO Martin Keller. Auch 2017 war ein erfolgreiches Jahr, das Betriebsergebnis (EBIT) nahm um 4 Prozent auf 129 Mio Fr. zu, der Gewinn von 97 auf 99 Mio Fr. Auch der Umsatz konnte erhöht werden: Er legte um 5,3 Prozent auf 6,26 Mrd Fr. zu, damit erreichte man knapp das Niveau des bisherigen Top-Umsatzes im Jahr 2014 (6,317 Mrd Fr.). Die guten Zahlen sind laut Auskunft von Keller einerseits einem mehrheitlichen guten Landwirtschaftsjahr und andererseits den getätigten Zukäufen zu verdanken.

Im Geschäftsfeld Agrar (1,791 Mrd Fr.) war ein Umsatzzuwachs von 2,5% zu verzeichnen, die Lebensmittelindustrie verlor 0,9%, der Detailhandel wuchs um 6% und die Energie legte um 15,9% zu.

Wenig tangiert vom Einkaufstourismus

Innerhalb des Geschäftsfeld Agrar wuchs man dank dem Zukauf des französischen Landtechnikunternehmens Dousset Matelin der Bereich Landtechnik, im Bereich Tierhandel gab es laut Keller Einbussen zu verzeichnen. Im Lebensmittelhandel leide man etwas weniger unter dem Einkaufstourismus dank der lokalen Verankerung der Volg-Läden und der Fokussierung auf täglichen Bedarf. Der Durchschnittseinkauf betrage bei Volg 16 Franken. 

Die Landi-Läden sind laut Detailhandelschef Ferdinand Hirsig dank Eigenmarken ebenfalls recht gut geschützt gegen Einkaufstourismus. "Wer einen OK-Rasenmäher will, findet diesen nicht im Ausland", so Hirsig. Er betonte im Übrigen, dass der Warenanteil mit Herkunft China nicht mehr als 10 Prozent betrage.

Umsatzabhängiges Beteiligungsmodell

Neu will das Unternehmen die Eigentümer am Erfolg beteiligen: "Aufgrund der positiven Entwicklung lanciert die Fenaco erstmals eine Erfolgspbeteiligung für die rund 22'000 Landi-Mitglieder", so der CEO. Am Erfolg beteiligt werden Produzenten mit 5000 Franken Mindestumsatz bei Landi. Keller rechnet mit rund 16'000 Berechtigten und einem Aufwand von 6 Mio Fr.

Das Beteiligungsmodell sieht wie folgt aus:

  • Für Umsätze von 5000-10'000 Franken: Ein Geschenkpaket mit Landi-Produkten im Wert von 100 Franken
  • Für Umsätze von 10'000-25'000 Franken: Eine Gutschrift von 200 Franken
  • Für Umsätze von über 25'000 Franken: Eine Gutschrift von 500 Franken
  • Für Umsätze über 50'000 Franken: Eine Gutschrift von 1000 Franken

Bezüglich dem aktuellen Jahr sprach Keller von einem verhaltenen Start. Bis Ende März habe alles andere als Fenaco-/Landi-Wetter geherrscht. Im April habe man das gute Wetter aber punkto Umsatz positiv gespürt. 

Digitalisierung: Gründung von Barto 2.0 steht bevor

In Sachen Digitalisierung erklärte Keller, es gebe zwei Hauptgründe für das Engagement der Fenaco bei Barto: Administrative Vereinfachung für die Bauern und Erhöhung der Transparenz für Konsumenten. Das zuständige Geschäftsleitungsmitglied Heinz Mollet ging bezüglich Barto ins Detail. Wie unlängst verlautete, verzichtet der Schweizer Bauernverband auf eine Teilnahme am Projekt. Mollet meinte, das könne eine Chance sein. Es gebe zahlreiche Interessenten an einer Beteiligung. "Wir hoffen, dass wir noch vor dem Sommer Barto 2.0 gründen können", sagte Mollet.

akr

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