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Ostschweiz
Publiziert: 05.12.2018 / 11:26
Erste Thurgauer Erdnüssli auf dem Markt

Der Weihnachtsmarkt im Thurgau erhält dieses Jahr eine unerwartete Bereicherung. Markus Grob vom Hardhof, Steckborn, und Thomas Wieland vom Pilgerhof, Märstetten, ist es gelungen, Erdnüssli erfolgreich anzupflanzen und zu ernten.

 Was sich beinahe wie ein Aprilscherz anhört ist in diesen Wochen Realität geworden. Zwei findige und initiative Landwirte aus dem Thurgau sorgen für eine Überraschung in der diesjährigen Adventszeit. Sie bringen die ersten Schweizer Erdnüssli auf den Markt. Nach Erdbeeren und Kiwis gibt es im Obstkanton seit Neuem nun auch die in der Vorweihnachtszeit beliebten Nüssli.

Klein angefangen

Angefangen hat es mit dem Kleinanbau von Markus Grob aus Steckborn. Er hatte schon 2015 mit Blick auf den Klimawandel die Idee, Erdnüssli anzupflanzen. Ein Jahr später setzte er auf fünf Aren die ersten Stauden im Thurgau und die Ernte diente dem Eigenbedarf. Schon während ihrer Ausbildung haben Spezialkulturen das Interesse von Markus Grob und Thomas Wieland geweckt. «Man steht dem nahe, was man selber gerne isst und zuletzt ist es auch der Reiz, etwas Neues auszuprobieren, bei dem man auch scheitern und Schiffbruch erleiden kann», sind sie überzeugt.

Vorerst ein Hobby

«Nach einer zweijährigen Versuchsphase ist es uns gelungen, die ersten Thurgauer und auch Schweizer Erdnüssli auf dem Markt zum Verkauf anzubieten», freuen sich Grob und Wieland. Sie teilen mit, dass ihre Erdnüssli auf der kleinsten Erdnussrösterei der Schweiz geröstet worden sind, wodurch sich auf ihren Höfen seither ein wohl riechender Duft verbreitet. Beide Landwirte sind Spezialkulturen-Betriebe und produzieren seit längerer Zeit Beeren. Grob ist zudem der Betreiber einer Mini-Kiwi-Anlage. «Obwohl wir als Betriebsleiter eigentlich mehr als genug um die Ohren haben, sind wir immer wieder interessiert an Neuem», sagen die beiden Landwirte.

Schweiz als Erdnuss-Exporteur

Wird die Schweiz in Zukunft zum Erdnuss-Produzentengebiet aufsteigen? Für die beiden Produzenten steht fest: «Die Aufstiegschancen sind im Fussball grösser, denn dieser Anbau ist mit einem hohen Handarbeitsaufwand verbunden und da nicht jedes Jahr mit einer Ernte gerechnet werden kann, wir der Anbau überschaubar und ein Hobby bleiben». Grob und Wieland sind überzeugt davon, dass Schweizer Erdnüssli niemals zum Massenprodukt werden und allerhöchstens als «Spezialität» in der Nische der originellen Geschenkideen zu finden sind.

Dank ägyptischem Klima

Die Verantwortlichen der beiden Betriebe haben die Erdnüssli mit ihren Mitarbeitern von Hand im April gepflanzt. Im September konnten die Pflanzen mit den Erdnüssen daran geerntet und ebenfalls von Hand von der Pflanze abgerupft werden. «Die zunehmend heissen und trockenen Sommermonate und das diesjährige beinahe ägyptische Klima haben uns veranlasst, den Schritt für diese sensible Kultur zu wagen», erklären Grob und Wieland. Da keine Informationen zum Anbau dieser Kultur in der hiesigen Klimazone und auch keine entsprechende Mechanisierung vorhanden sind, nutzten sie die Erfahrungen aus dem Anbau von Erbsen.

Werner Lenzin

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