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Redaktionsblog
Publiziert: 02.07.2018 / 07:09
Analyse kontra Milch-Marketing: Ist Alles für die Katz?

Es gibt nichts Besseres als ein Glas kalte Milch. Am besten schmeckt mir natürlich die Vollmilch, zwei Liter sind es wöchentlich.

Trotz der teuren Werbung, welche über die Milch gemacht wird, bleibt mein Konsumverhalten seit Jahren auf dem gleichen Stand. Da kann die gehörnte Lovely noch lange den Berg hinauf- oder hinunterklettern. 

Gesamtschweizerisch ist in den letzten 20 Jahren der Pro-Kopf-Konsum der Trinkmilch um über ein Viertel zurückgegangen. Laut Agrarbericht geniesst jeder Schweizer 2016 nur noch 53 kg Trinkmilch pro Jahr. Im Jahr 2000 waren es noch 84 kg. Was lief hier punkto Werbung in den letzten Jahren falsch? Warum konnte sie den Konsumenten von Morgen nicht für das Trinken von Milch motivieren? Heisst das im Klartext: Ausser Spesen nix gewesen? 

Früher galt: Jeden Tag ein Glas Milch, das stärkt die Knochen und die Zähne. Heute hört man vielfach, Milch sei ungesund, mache dick und rufe Allergien hervor. Das behaupten jedenfalls immer mehr 
Ratgeber und Ernährungsexperten. Darüber hinaus steigt die Zahl der Menschen, die komplett auf Milchprodukte verzichten, sei es aus ethischen oder aus gesundheitlichen Gründen. 

Zum Thema Milch gibt es im Internet und in den Medien viele Meinungen und Unwahrheiten. In diesem Fakten-Dschungel hat der Konsument kaum noch einen Überblick. Hier muss die Milchwerbung, mit ihren eingesetzten Millionen, endlich den Hebel ansetzen und das Gegenteil beweisen, sonst nimmt der Milchkonsum weiter ab. 

Damit Milch überhaupt gekauft wird, sollte die Werbung nicht kitschig, sondern wahrheitsgetreu und positiv rüberkommen. Auch ein Mass an Aufklärungsarbeit fördert das Vetrauen der Konsumenten und steigert den Absatz. Letzte Woche kaufte ich zum Beispiel bei Coop zwei Liter leckere «Alp-Milch aus dem Naturpark Diemtigtal BE». Auf der Packung eine reine Simmentalerkuh mit Hörnern. Fahre ich aber durchs Diemtigtal, sehe ich dort vielfach nur hornlose Kühe, und diese gehören garantiert auch nicht der Reinzucht an. Soviel zum Thema wahrheitsgetreu.

Peter Fankhauser

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