Nebenerwerb
Publiziert: 19.03.2017 / 09:29
Zwischen Christbäumen und Turnhalle

Einen Ausgleich zum Hofalltag findet die sportliche Bäuerin Beatrice Hodel-Brand jeden Mittwochabend beim Volleyball.

In der geschützten Ecke beim Hauseingang sind bereits erste Frühlingsboten an-

gepflanzt: Beatrice Hodel hat Primeli, Zementhühner und Ostereier geschickt arrangiert und damit dem Winter Ade gesagt. Der Bäuerin sind der Garten, die Natur und besonders ihre Familie wichtig. «Ich bin dankbar und zufrieden, wenn wir alle gesund und froh sind»,

meint Beatrice Hodel mit strahlenden Augen und einem feinen Lächeln im Gesicht.  


Schulbesuch im Kanton Bern


Die Bauerntochter wuchs im Kanton Luzern auf. Weil der Weiler Schönenthül bei Fischbach nahe an der Kantonsgrenze liegt, besuchte sie mit ihren Geschwistern den Schulunterricht im bernischen Gondiswil. Darum spricht Beatrice Hodel nicht Luzerner Dialekt, sondern Berndeutsch.

Auch nach der Schulzeit blieb sie dem Kanton Bern treu. Nach dem Haushaltslehrjahr machte sie eine dreijährige Ausbildung im Detailhandel. Während einiger Jahre war die aktive Fachfrau im Verkauf tätig. Als Arbeitsort bot die Filiale der Bäckerei Schär in Huttwil ideale Bedingungen. Gerne verkaufte Beatrice Hodel die frischen Produkte an eine dankbare, treue Kundschaft.  


Ohne Konfetti in die Ehe


An einer Fasnachts-Veranstaltung lernten sich Beatrice und Urs Hodel kennen und diese Begegnung wurde gefestigt. Ohne Konfetti, aber mit gegenseitigem Vertrauen und Liebe heiratete das junge Paar im Jahr 2000.

Mit Dominik, Jonas und Nadine entstand im Nyffenegg bei Huttwil eine glückliche Familie, welche Beatrice Hodel sehr wichtig ist. «Weil Urs zu sechzig Prozent auswärts arbeitet, bin ich daheim auf dem Betrieb. Dabei konnte ich auch immer unsere Kinder

betreuen, was ich sehr schätze», meint die Bäuerin.


Bewusst das Zusammen
leben in 
der Familie pflegen: Dafür nehmen sich Beatrice und Urs Hodel die nötige Zeit – nicht nur daheim, sondern auch während einer Ferienwoche, die jeweils im Herbst stattfindet. Während der Schwiegervater dann den Betrieb alleine betreut – dieser hilft auch sonst täglich mit –, geniesst die Familie Hodel unbeschwerte Tage. Feriendestinationen in der Schweiz, in Österreich oder Deutschland reichen völlig aus. Den Kindern ist vor allem wichtig, die Eltern für sich zu haben. 


Weihnachtsbäume pflegen


Im Nyffenegg bei Huttwil BE liegt der 16 Hektaren grosse Betrieb der Familie Hodel. Ergänzend zum Ackerbau und zur Rinder- und Schweinemast haben sich Beatrice und Urs Hodel seit 2005 mit Weihnachtsbäumen einen weiteren Betriebszweig aufgebaut.

«Rund 500 Stück setzen wir jedes Jahr Anfang April, damit genug Weihnachtsbaum-Nachwuchs vorhanden ist», stellt Beatrice Hodel fest. Die Tännchen und die älteren Bäume brauchen auch während der Sommermonate Pflege.

«Die Hauptsaison ist mit dem Verkauf im Dezember. Dieser findet nur auf dem Betrieb statt, damit die Kunden wissen, woher ihr Weihnachtsbaum kommt. «Ich geniesse die Kontakte mit den Leuten und es gefällt mir schon von meinem Beruf her sehr», meint die Bäuerin.    


Einen Ausgleich finden


Kontakte, Begegnungen und ihre Hobbys bedeuten Beatrice Hodel viel. «Seit jeher gehört der Mittwochabend mir und dem Volleyballteam in Gondiswil. Früher war das aktive Spiel ganz wichtig, heute wird auch der zweite Teil gut gepflegt», lächelt die sportliche Bäuerin.


Im Vorstand des Landfrauenvereins Huttwil und Umgebung ist ihre Mitarbeit gefragt. Ihr gefallen das gegenseitige Kennenlernen sowie der Zusammenhalt. Genauso begeistern Beatrice Hodel die Zusammenarbeit an den Anlässen und das Gemeinsame der Frauen auf dem Land.

In Zement gegossen


Daheim fabriziert Beatrice Hodel gerne Gegenstände aus Zement. In einem kleinen Häuschen werden diese zum Verkauf angeboten oder sie schmücken das Haus und den gepflegten Garten. Dieser und auch der «Pflanzplätz» liegen Beatrice Hodel am Herzen. Sie setzt nach Möglichkeit auf Selbstversorgung mit Gemüse und Salat.


Streicheleinheiten erhalten auch die Hoftiere. Etwa die Shropshire-Schafe, welche speziell zwischen den Weihnachtsbäumen weiden. «Die Hühner müssen auch schön sein, nicht nur Eier legen. Die Rinder werden verwöhnt, damit sie auch im Laufstall zahm sind, und zwei Kaninchen sowie die Katzen haben sowieso ein fröhliches Leben», so Beatrice Hodel. Mit einem Blick auf die Tauben auf dem Dach weiss die Bäuerin, dass sie in einem guten, starken Umfeld mit dem Spatz in der Hand leben kann. 

Barbara Heiniger

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