Zentralschweiz
Publiziert: 19.06.2017 / 10:55
LU: Saat-Annahmestelle Münchrüti wird geschlossen

Die Annahmestelle Münchrüti der Luzernischen Saatzuchtgenossenschaft (LSG) in Sursee muss per Ende Jahr geschlossen werden. 

Die Luzernische Saatzuchtgenossenschaft (LSG) zählt 76 Mitglieder, die ihre Ernte alle in die Annahmestelle Münchrüti in Sursee liefern, wo sie von der Fenaco weiterverarbeitet wird. Diese hatte bereits bekanntgegeben, aus wirtschaftlichen Gründen die Luzerner Aussenstelle Ende 2017 zu schliessen. Gemäss einem Bericht der «Luzerner Zeitung» haben sich nun auch die LSG-Mitglieder letzten Dienstag im Rahmen einer ausserordentlichen Generalversammlung gegen eine selbstständige Weiterführung des Betriebs Münchrüti ausgesprochen.

Dieser Entscheid hat die Konsequenz, dass Luzerner und Zuger Bauern ihr Saatgut künftig in die Aufbereitungsanlagen nach Lyssach bei Burgdorf oder Winterthur bringen müssen, obwohl es danach wieder zurück in die Zentralschweiz kommt, weil die meisten Abnehmer dort stationiert sind. «Das ist ein ökologischer und ökonomischer Blödsinn», meint Fredy Winiger, Präsident der LSG gegenüber der «Luzerner Zeitung». «Solche Fahrten könnten sich nur die grossen Produzenten leisten, weil sie das Getreide in Mulden auf Lastwagen transportieren. Für den kleinen Ackerbauern mit dem Traktor rechnet sich das aber nicht.»

Emotionale Reaktionen gegenüber Fenaco

Aus diesem Grund strebte die LSG die Weiterführung des Betriebs in der Münchrüti an. «Die Kalkulation war positiv. Doch dann wirft uns Fenaco wieder einen Knüppel zwischen die Beine», so Winiger. Grund sei schlussendlich eine einzelne Personalie gewesen, die aus finanziellen Gründen nicht während des ganzen Jahres, sondern nur von April bis Dezember angestellt werden konnte. «Wir hatten die Idee, ihn für ein paar Monate an Fenaco zu vermieten. Doch es hiess, das gehe nicht. Entweder sei jemand bei ihnen oder bei uns angestellt.» Wäre die Fenaco da entgegenkommen, hätte es aber geklappt.

Laut Winiger hat die Schliessung der Annahmestelle Münchrüti ein Wertschöpfungsverlust der Region von 100'000 bis 200'000 Franken zur Folge, da viele Landwirte aufhören werden, Saatgetreide zu produzieren. Wenn diese ihr Getreide weiterhin bei der Landi abliefern, wird ihnen für die kommenden drei Jahre eine Ausstiegsprämie angeboten. Den verbleibenden Saatzüchtern offeriert die Fenaco eine Transportentschädigung für sieben Jahre. Der weitere Verlauf werde sich im Sommer zeigen, wenn Fenaco mit den Bauern die Anbauverträge für 2018 aushandelt. Das Aus bedeute dies für die LSG noch nicht - dank den 20 Bauern, die Pflanzkartoffeln anpflanzen. Winiger gegenüber der «Luzerner Zeitung»: «Vor zwei Jahren haben wir den Grossteil unseres Geldes in eine neue Sortier- und Kalibriermaschine für Pflanzkartoffeln gesteckt. Wir könnten die Genossenschafter gar nicht auszahlen.»

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