Schweiz-International
Publiziert: 14.09.2017 / 08:33
Landwirt steht wegen Gülle-Katastrophe vor Gericht

Ein Landwirt aus Halver (Deutschland) soll für eine der schwersten Umweltkatastrophen im Bundesland Nordrhein-Westfalen verantwortlich sein. Er entsorgte Gülle illegal. Dabei wurde das Ökosystem einer nahegelegenen Talsperre zerstört. 

Es passierte am 18. März 2015 gegen ein Uhr nachts. Aus einem «nicht genehmigten Riesen-Silo des Angeklagten», wie die «Westfalenpost» schreibt, flossen 1,7 Millionen Liter Jauche aus. Staatsanwalt Jörg Anuth bei Prozessbeginn: «Kurz zuvor hatte er einen Schlauch hangabwärts gelegt und den Schieber geöffnet.» Die Gülle floss über Wiesen in den Neyebach und bis in die vier Kilometer entfernte Neye-Talsperre.

Die Tat des mutmasslichen Gewässerverschmutzers hatte schlimmste Folgen: Das gesamte tierische und pflanzliche Leben im Bach und den anliegenden Fischteichen starb ab. Zudem drohte das Trinkwasser-Reservoir umzukippen. «1,7 Millionen Liter Gülle entsprechen mehr als 8500 vollen Badewannen. Wir mussten umfangreiche technische Massnahmen ergreifen, um 50 Millionen Liter Jauchewasser aus der Talsperre abzupumpen», erklärte Rita Henzel vom ortsansässigen Wasserversorger laut der Zeitung.

Grosses Geschäft mit Gülle

Der Angeklagte hält sich für völlig unschuldig. Er habe geschlafen, jemand müsse sein Güllesilo geöffnet haben, sagte er vor Gericht. Er habe viele Neider.

Der 41-Jährige machte offenbar seit Jahren grosse Geschäfte mit der Vermarktung von Gülle. Auf seinem 120 Hektaren grossen Hof in Halver habe er einen «gigantischen Gülle-Silo» errichten lassen, schreibt die Zeitung. Obwohl die Kreisbehörde ihm dafür keine Genehmigung erteilt und ihm Zwangsgelder von 20'000 Euro angedroht habe, «war der Gülletank in der Tatnacht mit sechs Millionen Litern Gülle randvoll gefüllt – bis er auslief».

jw

- Mit Material der Westfalenpost

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