Schweiz-International
Publiziert: 09.04.2017 / 15:57
EU-Milchmengenreduzierung hat funktioniert

Das Milchmengenreduktionsprogramm der Europäischen Union hat sich bewährt und ist von den Landwirten gut angenommen worden.

Nun müsse der freiwillige Lieferverzicht als wichtiges Instrument in einen regulären Krisenmechanismus eingebunden werden, forderten Milcherzeuger aus 16 europäischen Verbänden bei der Mitgliederversammlung des European Milk Board (EMB) in Brüssel.

Laut EMB hat die Produktionsdrosselung im Gegensatz zu anderen Massnahmen zwei grundlegende Vorteile: die Wirksamkeit auf den Preis und die Annahme des Programmes durch die Milchproduzenten. „Die freiwillige Mengenreduktion, die von Oktober bis Dezember 2016 lief, hat sich unmittelbar auf den Milchpreis ausgewirkt“, stellte EMB-Präsident Romuald Schaber fest.

Die durchschnittlichen EU-Auszahlungspreise hätten vor dem Programmstart bei 25 Cent/kg gelegen; aktuell seien es mehr als 33 Cent. „Für uns ist dies eine klare Bestätigung, dass der freiwillige Lieferverzicht - eine langjährige Forderung des EMB - den Milchmarkt ins Gleichgewicht bringen kann“, betonte Schaber. Dieser müsse deshalb zukünftig als reguläres Instrument und in Verbindung mit einer Mengendeckelung eine wichtige Rolle im Sektor spielen.

Positiv wurde laut EMB auf der Mitgliederversammlung auch die hohe Beteiligung am EU-Programm beurteilt. „Die Milchbauern sind sehr wohl gewillt, den Milchhahn etwas zuzudrehen, auch wenn einzelne Regierungen dies nicht wahr haben wollen“, erklärte EMB-Vizepräsidentin Sieta van Keimpema. Eine Entwarnung kann dem Verband zufolge jedoch noch nicht gegeben werden, denn die Preiserholung könne nur von kurzer Dauer sein, solange kein umfassender Krisenmechanismus installiert sei.

„Der für die nächsten Monate erwartete Produktionsanstieg hängt wie ein Damoklesschwert über unseren Betrieben“, warnte Schaber. Das eingelagerte Milchpulver aus der Intervention dürfe daher jetzt auf keinen Fall in den Markt gegeben und auch später nicht unterhalb der Produktionskosten verkauft werden.

Um den Milchmarkt langfristig im Gleichgewicht halten zu können, müsse umgehend der gesetzliche Rahmen für ein Kriseninstrument nach Vorbild des EMB-Marktverantwortungsprogramms in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) installiert werden.

AgE

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