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Schweiz-International
Publiziert: 21.07.2017 / 12:00
Ein Gmüesgarte mitten in der Stadt

In Bern wurde vor drei Wochen ein Laden eröffnet, der auf den Namen «Gmüesgarte» getauft wurde. Was das für die Bauern bringt? Die BauernZeitung hat sich am Eröffnungsapéro am Donnerstag umgesehen.

In der Berner Marktgasse ist nur die Erde in den Blumenkisten fruchtbar. Das Strassenbild prägen die berntypischen Lauben, die Pflastersteine mit den eingelassenen Tramschienen, Geschäfte und Keller, die zu Läden umfunktioniert wurden. In einem dieser Keller ist der «Gmüesgarte» zu Hause. Ganz ohne Erde und Sonnenlicht kann man dort dort frisches Gemüse, Salate, Fruchtsäfte und Getränke einkaufen.

Mit Landwirtschaft hat das ganze vordergründig nichts zu tun. Aber der Beton- und Pflasterstein-Eindruck täuschen. Denn was im «Gmüesgarte» verkauft wird, ist nicht einfach Gemüse, sondern eine etwas bessere Welt. Das Team um Franziska Güder will nämlich zweitklassigem Gemüse einen erstklassigen Auftritt verschaffen. Und hier spielt Gemüsebauer Pascal Gutknecht aus Ried b. Kerzers BE eine wichtige Rolle. Er verkauft sein Zweitklassgemüse an den «Gmüesgarte». Gemüse, dass er nicht in den Kanälen der Grossverteiler verkaufen kann, findet so noch einen Kunden und landet nicht auf dem Kompost. Das Verkaufslokal mit dem erdigen Namen hilft ihm, Lebensmittelverluste zu reduzieren.

Von dieser - gerne als moralisch überhöht wahrgenommenen - Geschäftsdimension ist im Laden selbst aber nicht viel zu spüren. Stattdessen versucht das Team, aus den Früchten und Gemüsen das beste zu machen: Frucht- und Gemüsesäfte zum Beispiel. Oder Salate. Das Geschäft ist in den ersten drei Wochen schon ordentlich angelaufen und mehrere hundert Kunden haben sich schon in die Kellergewölbe gewagt.

In den nächsten Wochen und Monaten geht es nun darum, die Arbeitsabläufe zu optimieren. Und es geht darum, noch mehr Kunden in den Keller zu locken.

hja

Franziska Güder, Simon Weidmann und Gemüsebauer Pascal Gutknecht erklären, um was es beim «Gmüesgarte» geht:

 

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