Schweiz-International
Publiziert: 04.07.2017 / 13:48
Die Kuh hängt hoch

Am Dienstag haben Bauern von der Bauerngewerkschaft Uniterre in Bern demonstriert. Faironika, die rote Plastikkuh für faire Milchpreise, wurde kurzerhand aufgehängt. Als Symbol für die schlechten Milchpreise, das Mengen- und Preisdumping auf dem Milchmarkt.

Wie man sich medial in Szene setzen muss, dass wissen die Bauern von Uniterre. Einige von ihnen haben am Dienstagvormittag in Bern vor der Branchenorganisation Milch zu einer Kundgebung eingefunden. Mit von der Partie war Plastikkuh Faironika. Faironika steht als Symbol für einen für alle Akteure fairen Milchmarkt. Und die Kuh, die zu tausenden auf Höfen in ganz Europa steht, musste schon einiges mitmachen. So auch am Dienstag. An einem improvisierten Dreibein wurde sie nämlich kurzerhand aufgehängt.

Während Faironika in der lauen Sommerluft baumelte, verlas Uniterre-Sekretär Rudi Berli seine Positionen. Die Bauern bräuchten einen fairen Milchpreis. Ausserdem seien Abnahmeverträge zwischen Produzenten und Abnehmern auf sechs Monate im Voraus zu bestimmen. Zudem sollen Produzentinnen und Produzenten das Recht haben, auf die Ablieferung von Überschussmilch zu verzichten (siehe auch Video)

Verschiedene Forderungen

Von den Milchkäufer fordert Uniterre sofort entsprechende Massnahmen, um die Situation zu entspannen.
Vom Bund erwartet man, dass die im Landwirtschaftsgesetz vorgesehenen Instrumente schärfer angewendet werden. Der Bund, so die Ansicht von Berli und Uniterre, soll sich als Schiedsrichter positionieren. «Wir fordern keine fixen Preise oder zusätzliche Direktzahlungen. Sondern nur, dass die geltenden Gesetze umgesetzt werden.»
Von den Bürgerinnen und Bürger erwartet Uniterre, dass sie ihre Meinung zur Initiative für Ernährungssouveränität kundtun. Die Uniterre-Initiative wird voraussichtlich 2018 zur Abstimmung gelangen.

Neben Uniterre war auch Heinz Siegenthaler als Vertreter des Bäuerlichen Zentrums Schweiz anwesend. Er fand, dass die von der Branchenorganisation Milch festgesetzten Reglemente von allen Akteuren umzusetzen seien.

Faironika nahms gelassen. Sie wurde nach der Kundgebung wieder zu Boden gelassen, in den Anhänger bugsiert und abtransportiert. Die gut zehn Bauern haben nach der Kundgebung noch bei einem Gläschen Weisswein mit BOM-Geschäftsführer Stefan Kohler über den Milchmarkt diskutiert.

Rudi Berli nimmt im kurzen Interview Stellung zu den Positionen:

hja

 

 

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