Nordwestschweiz
Publiziert: 14.09.2017 / 10:15
BE: Mehr Spielraum ausserhalb der Bauzone

Der Kanton Bern erhält mehr Spielraum bei Ausnahmebewilligungen für Anpassungen von Gebäuden ausserhalb der Bauzonen, die vor 1972 erstellt wurden. Darauf haben sich Regierungsrat Christoph Neuhaus und das Bundesamt für Raumentwicklung geeinigt.

Die Raumplanungsgesetzgebung erlaubt bei Wohnbauten ausserhalb der Bauzonen, die vor 1972 erstellt wurden, unter bestimmten Bedingungen Erweiterungen der Fläche um höchstens 30 Prozent und maximal 100 Quadratmeter. In seiner Bewilligungspraxis hatte der Kanton Bern diese Bestimmungen «lange Zeit grosszügig ausgelegt», so die Berner Justizdirektion in einer Mitteilung.

Aufgrund einer Intervention des Bundesamtes für Raumentwicklung hat er jedoch seine Praxis im vergangenen Herbst geändert. Ausnahmebewilligungen werden seither nur «sehr restriktiv» erteilt. Das soll sich jetzt wieder ändern: Nach fast einem Jahr Erfahrungen mit den neuen Regeln haben sich Bund und Kanton «auf mehr Spielraum in der Bewilligungspraxis geeinigt», wie die Justizdirektion am Donnerstag weiter mitteilt. Die neuen Bestimmungen gelten ab sofort für alle Ausnahmegesuche.

Kleine Zimmer einbauen

Neu oder wieder möglich seien beispielsweise weitere Anpassungen an eine zeitgemässe Wohnnutzung. So könnten in gewissen Fällen kleine Wohnhäuser mit kleinen Zimmern erweitert sowie im Dachgeschoss die Raumhöhen und der Lichteinfall mittels Dachaufbauten verbessert werden.

Auch Anbauten, die für eine energetische Sanierung nötig sind, können laut Mitteilung bewilligt werden, sofern sich für die Installationen innerhalb des Gebäudes kein Platz dafür findet. Ausserdem seien Erweiterungen gegen aussen denkbar, wenn gestalterisch störende Gebäude abgerissen und durch gut integrierte Neubauten ersetzt werden.

Notwendigkeit belegen

In jedem Fall müsse jedoch geprüft werden, ob die Identität des Gebäudes oder der Gebäudegruppe im Wesentlichen gewahrt bleibt. Der Gesuchsteller muss zudem die Notwendigkeit eines Ausbaus für das zeitgemässe Wohnen belegen.

Damit ist die Pflicht verbunden, Erweiterungen von Gebäuden soweit zumutbar zu kompensieren – zum Beispiel durch Entfernung nicht mehr benötigter Gebäude oder Gebäudeteile.   

jw    

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