Landtechnik
Publiziert: 05.07.2016 / 14:01
Neuer Bandschwader von Knüsel

Aufnehmen statt Kratzen: Mit dem neuen Bandschwader Respiro von Knüsel wird das Futter nicht verschmutzt.

Der Schweizer Landtechnik-Entwickler Sepp Knüsel (Rigitrac, Mähwerke, Bandschwader usw.) und der österreichische Ingenieur Thomas Reiter entwickelten und bauten gemeinsam den Front-Bandschwader namens Respiro.  

Die Neuentwicklung präsentierte Sepp Knüsel am vergangenen Dienstag der Landtechnikpresse bei einem Praxiseinsatz in Küssnacht am Rigi SZ. Ein biegsames Pickup nimmt das Futter auf der ganzen Arbeitsbreite von drei Metern auf und fördert es auf einem Band zur Seite. So wird keine Erde aufgenommen und das Futter bleibt sauber. Der Schwad kann beidseitig erstellt werden. Die Drehrichtung des Bands lässt sich am Bedienkasten vom Fahrersitz aus umstellen.

Bandschwader sind nicht neu, die futterschonende Technik wird auch bei Grossflächenmaschinen genutzt. Dort geht es vor allem bei Luzerne darum, Bröckelverluste zu reduzieren. Weil beim Bandschwader das Futter nicht mit Zinken über den Boden gezogen wird, wird dieses weniger stark belastet. Die feinen Teile brechen nicht weg und verbleiben im Futter, was dessen Gehalt verbessert.

Bewegliches Pickup

Wie bei Grossflächenmaschinen geht es auch beim Respiro um die Futterschonung. Die beiden Entwickler haben jedoch noch weitere Schwerpunkte gesetzt: Ein schlankes Pickup nimmt das Futter leichter auf als ein hohes, wie es bei den erwähnten Grossflächenmaschinen zum Einsatz kommt. Dadurch sollen auch Silage und kurzes Futter sauber aufgenommen werden. Die Funktion muss auch bergab gewährleistet sein. Das Pickup hat sechs Zinkenreihen. Die Doppelzinken sind leicht versetzt, dies vermindert die Steinaufnahme. Die Zinken werden mit Kunststoffteilen zusammengehalten. Die Pickup-Streifen sind ebenfalls aus Kunststoff gefertigt. Dadurch ergibt sich die elastische Bodenanpassung. Die Bodenführung erfolgt mit vier drehbaren Gleittellern, wie bei einem Trommelmähwerk. Der Schwader hat zusätzlich einen Dreipunktpendelausgleich.


Rotor dosiert das Futter


Die Futteraufnahme wird mit einem Rotor unterstützt. Dieser ist wie eine Haspel beim Mähdrescher positioniert und kann in der Höhe verstellt werden, je nach Futtermenge. Der Rotor ist mit sternförmigen Scheiben bestückt. Diese sind aus Gewichtsgründen ebenfalls aus schlagfestem Kunststoff gefertigt. Der Rotor verhindert, dass sich Futter bei der Pickup-Aufnahme aufstaut und schubweise auf das Band gelangt. Der kontinuierliche Futterfluss erleichtert das nachfolgende Laden oder Pressen, weil die Schwaden regelmässig geformt sind.


Nachtrocknen am Schwad

Bei der Förderung über den Respiro wird das Erntegut gewendet. Die noch feuchteren Bereiche gelangen auf die Oberseite des Schwads, wo das Futter vor der Ernte bei Bedarf noch nachtrocknen kann. Somit ist es möglich, mit dem Schwaden früher zu beginnen. Dies kann beim Einführen Arbeitsspitzen brechen. Anderseits kann die Einsatzzeit verlängert und die Auslastung, zum Beispiel mit Lohnarbeit, erhöht werden.

Die Arbeitsgeschwindigkeit liegt bei rund 20 km/h. Das ist etwa doppelt so schnell wie bei konventionellen Schwadern. Die Futteraufnahme ist dann immer noch perfekt. Und obwohl man es nicht für möglich hält, es bleibt kaum ein Halm zurück und das Feld präsentiert sich sauber wie von Hand gerecht, zeigte die Vorführung.  

Hydraulischer Antrieb

Der Bandschwader Respiro wird hydraulisch angetrieben. Um das Pickup, den Rotor und das Förderband zu betreiben, ist ein Ölstrom mit rund 25 l/min und freiem Rücklauf notwendig. Ein zusätzliches Ventil ist für die Rotoraushebung notwendig. Am Bedienkästchen wird die Drehrichtung und die Geschwindigkeit des Förderbands eingestellt.


Beat Schmid


Einen Einsatzbericht und weitere Informationen zum Respiro-Bandschwader finden Sie in der nächsten Ausgabe des Fachmagazins die grüne.

Weitere Informationen: www.knuesel-sepp.ch

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