Nebenerwerb,Direktvermarktung
Publiziert: 01.10.2016 / 12:02
Direktverkauf per Post

Der Direktverkauf ab Hof nimmt zu. Die Post bietet neu einen Service zur Zustellung regionaler Produkte innerhalb der Region an. Was das Bauern und Kunden bringt, erklärt Projektleiter Stefano Di Renzo.

LID: Die Post unterstützt mit dem Projekt „Zustellung regionale Produkte» Bauern beim Vertrieb Ihrer Produkte. Was sind die Beweggründe der Post dazu?

Stefano Di Renzo: Die Schweizerische Post ist bekanntlich die Logistikerin in der Schweiz mit dem täglichen Besuch von rund 1,8 Millionen Häusern oder über 4 Millionen Haushalten. Die Post hat die Früh-, Abend- Samstags- und Sonntagszustellung bereits in ihrem Angebot. Die regionale Zustellung regionaler Produkte ist eine sinnvolle Ergänzung und stützt das Kerngeschäft der Post. Das Angebot „Zustellung regionaler Produkte“ entspricht einer innovativen und sympathischen Geschäftsidee, welche den regionalen Produzenten zu ihren Hofläden eine sinnvolle Erweiterung ihres Verkaufskanals erlaubt.

Wie viele Bauern nehmen das Angebot bereits in Anspruch?

Die Nachfrage bei den Landwirten und Produzenten steigt aufgrund der ersten positiven Erfahrungen und gelungenen Beispielen. Zur Zeit sind es 16 Produzenten und wir sind mit zahlreichen Interessierten im Gespräch.

Wie sind die bisherigen Erfahrungen mit der Dienstleistung?

Wir haben von den involvierten Produzenten sowie den Kunden und unseren Mitarbeitenden sehr positive Rückmeldungen. Die Dienstleistung wird geschätzt, ist einfach nachvollziehbar, oekologisch sinnvoll und bringt den interessierten Konsumenten einen Mehrwert.

Was bringt denn die Verteilung per Post den Bauernfamilien und was bringt sie den Kunden?

Die in der Region produzierten und saisongerechten Produkte gelangen so ohne grossen Umwege direkt vor die eigene Haustüre – und dies erst noch ohne Extrafahrten und in der Regel mit Elektrofahrzeugen angetrieben durch zertifizierten Ökostrom. Dies schätzen die in diesen Fragen sensibilisierten Konsumenten. Der Produzent selbst profitiert von einem erweiterten Verkaufskanal mit besseren Margen aufgrund des Direktverkaufs, einem geringeren Logistikaufwand und einer besseren Planbarkeit durch das Anbieten von entsprechenden Produktabonnements.

Interview Jonas Ingold

So funktionierts

Beim neuen Post-Angebot bringen die Zusteller die Produkte der Bauern zu den Kunden in der Umgebung. Laut Post eignet sich diese unter anderem Zustellungsart ideal für Liefer-Abos. Die Bäuerinnen und Bauern können ihre Produkte gemäss Bestellungen in Tragtaschen abfüllen, diese Adressetikette und Barcode versehen und frühmorgens zur Post bringen. Der Postbote nimmt die Tasche dann mit auf die normale Tour und liefert die Waren bis am frühen Nachmittag an die Kundinnen und Kunde. Diese können die leere Tragtasche im Milchkasten deponieren. Der Postbote bringt sie dann zur Poststelle, wo die Produzenten sie wieder abholen und erneut verwenden können.

ji

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