Auswandererblog
Publiziert: 30.03.2015 / 11:04
Auswandererblog: Wie Menschen in der Trockenzeit leben

In der Trockenzeit gibt es wenig Arbeit für die Menschen in Nicaragua. Die Nahrungsmittel aus der vorherigen Ernte gehen langsam aus und der Kauf derselben wird immer teurer. Viele möchten ins Ausland, um eine Verdienstmöglichkeit zu finden.

Der grösste Arbeitgeber ist in Nicaragua die Landwirtschaft. Industrie gibt es sehr wenig. Am Ende der Trockenzeit bietet die Landwirtschaft  jedoch kaum Arbeitsplätze. Zu Beginn der Trockenzeit, von Dezember bis Februar, brauchen die Kaffeebauern für die Ernte eine Menge Leute, weil die Kaffeebohnen von Hand gepflückt werden. Danach aber gibt es für die Mehrheit keine Arbeit mehr in der Landwirtschaft.

Erst zu Beginn der Regenzeit im Mai/Juni gibt es für alle wieder genügend zu tun. Die einzige Arbeit, welche unbedingt in der Trockenzeit geschehen muss, ist das Reparieren der sogenannten Lebendzäune. Dann haben die neu gesetzten Pfosten die besten Chancen, anzuwachsen und in der Regenzeit wieder auszutreiben.

Nicht nur Arbeit fehlt am Ende Trockenzeit, auch die Nahrungsmittelvorräte, wie Mais und Bohnen, gehen den Landarbeitern langsam aus und werden zum Kaufen immer teurer. Leider können die Meisten nicht genügend Grundnahrungsmittel von ihrer Ernte auf die Seite legen, da sie bereits gemachte Schulden mit dem Verkauf von Mais und Bohnen bezahlen müssen.

Gerade in dieser Zeit treibt es viele Männer und Frauen ins Ausland, um eine Verdienstmöglichkeit zu finden: In die USA, nach Costa Rica und nun auch vermehrt nach Panama. Ihre Familien bleiben zurück, und die Kinder werden mit Hilfe der Grosseltern grossgezogen.

Wir versuchen nach Möglichkeit, unseren Arbeitern eine gewisse Sicherheit zu geben. Wir haben im Moment gesamthaft  zehn Arbeiter eingestellt. Sechs davon kümmern sich nur um das Reparieren der Zäune. Die anderen übernehmen zuerst das Melken, sowie das Füttern der Kühe und Rinder und verschiedene Arbeiten um das Haus herum.  

Alle können bei uns Bohnen und Mais zu einem Preis kaufen, der tiefer ist als der aktuelle Marktpreis. Bezahlt wird dann meist mit Arbeit. Unsere Arbeiter dürfen auch Brennholz, das sie selbst suchen, gratis mitnehmen. Wenn sie dringend Geld brauchen, dürfen sie Jaime ohne Hemmungen um einen Vorschuss bitten. So können wir auch weiterhin auf eine loyale Mitarbeit unserer Leute zählen.

Eine letzte Bemerkung über die Trockenzeit: Im Moment dürfen wir zwei Meter von der Veranda entfernt ein Vogelpaar beobachten, welches wie viele andere Vogelarten in dieser Zeit emsig an seinem Nest baut. 

Mirka Lötscher

 

Die Bloggerin





Die Autorin des Artikels, Mirka Lötscher, ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Ihre Ausbildung als Ing. Agronomin führte sie zu einer Arbeitsstelle am Inforama Bern. Seit bald fünf Jahren ist sie mit Jaime aus Nicaragua verheiratet. Er ist ebenfalls Agronom und für die ersten gemeinsamen Jahre in die Schweiz gekommen. Die beiden haben einen Sohn im Kleinkindalter, Dario.

BauZ

 

Die Bloggerin



Die Autorin des Artikels, Mirka Lötscher, ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Ihre Ausbildung als Ing. Agronomin führte sie zu einer Arbeitsstelle am Inforama Bern. Seit bald fünf Jahren ist sie mit Jaime aus Nicaragua verheiratet. Er ist ebenfalls Agronom und für die ersten gemeinsamen Jahre in die Schweiz gekommen. Die beiden haben einen Sohn im Kleinkindalter, Dario.



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Die Autorin des Artikels, Mirka Lötscher, ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Ihre Ausbildung als Ing. Agronomin führte sie zu einer Arbeitsstelle am Inforama Bern. Seit bald fünf Jahren ist sie mit Jaime aus Nicaragua verheiratet. Er ist ebenfalls Agronom und für die ersten gemeinsamen Jahre in die Schweiz gekommen. Die beiden haben einen Sohn im Kleinkindalter, Dario.



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