Auswandererblog
Publiziert: 26.05.2015 / 08:45
Auswandererblog: Vielfalt der Tiere

Neben der Arbeit mit den Nutztieren beobachten wir rund um unsere Finca in Nicaragua mit viel Freude und Interesse eine Zunahme wilder Tiere. Dank dem naturnahen Wald haben offenbar alle Tiere nebeneinander Platz.

Vor ein paar Tagen erzählte Jaime mir am Telefon von einer aussergewöhnlichen Begegnung. In der Nähe der zweiten Wasserquelle sah er eine etwa zwei Meter lange Boa, die einen Leguan umschlungen hielt. Eine leichte Berührung der Schlange hatte zur Folge, dass sie ihre Beute sofort losliess und der fast ein metergrosse Leguan in den Wald entkam.

Von einer solchen Beobachtung hätte man vor ein paar Jahren nur träumen können. Vor dem Kauf des Landes führte ein Weg quer durch die Finca, was sehr viel Unruhe brachte. Traditionell wird in Nicaragua alles gejagt, was sich bewegt. Über die Gründe kann ich nur Vermutungen anstellen. Wahrscheinlich wurde nicht über Artensterben diskutiert oder kein Wissen über die Biologie gewisser Arten vermittelt.   Zum Beispiel wussten sie nicht, dass Schlangen ungiftig sein können und somit keine Gefahr darstellen. Jaime verbot unseren Arbeitern von Anfang an, irgendwelche Tiere zu jagen oder einzufangen. Und da jetzt keine anderen Leute mehr durch die Finca spazieren, kann sich der Bestand der wilden Tiere wieder erholen.

Ich konnte leider noch keinen Leguan beobachten, aber kurz nachdem wir eingezogen waren, wollte eine Schlange in den Löchern der Verandamauer übernachten (Bild 1 in der Collage). Zum Glück entdeckten wir sie, bevor sie Schaden anrichten konnte, denn diese war wirklich giftig. Seither wagte sich keine mehr an das Wohnhaus heran.

Ganz zufällig auf einem Spaziergang stiess ich auf ein Fellknäuel mit langen Krallen, das eingebettet in einer Astgabel schlief (2). Jaime konnte mir danach sagen, dass dies ein Faultier gewesen sein müsse.

Allgegenwärtig und für jeden Besucher eine Attraktion sind die Affen, welche sich hoch über uns in den Baumkronen tummeln (3). Gemäss meiner Nachforschungen im Internet, handelt es sich wahrscheinlich um „Mantelbrüllaffen“ (von den Einheimischen „mono congo“ genannt). Es ist die häufigste Affenart in Nicaragua und das Gebrüll ertönt meist am frühen Morgen kilometerweit.

Glücklicherweise schaden diese Tiere unseren Kulturen nicht. Sie ernähren sich hauptsächlich von den Blättern der Bäume und je nach Saison auch von gewissen Früchten. Bis jetzt haben wir nur ein paar grüne Mangos von einem Baum gerettet, der weit vom Haus entfernt am Waldrand steht. Wir hoffen natürlich, dass sie sich auch später, wenn wir Früchte um das Haus herum ernten können, nicht in die Nähe wagen.

Unser Haus ist ebenfalls ein beliebtes Zuhause. Praktisch jede Nacht hoppeln Kröten bei uns auf die Veranda (4) und manchmal übernachtet ein Gecko (5) auf unserem Moskitonetz. Ausserdem finden auch Spinnentiere, Skorpione und verschiedenste Insekten den Weg in unser Haus. Darüber berichte ich aber im nächsten Blog.

Mirka Lötscher

Die Bloggerin

Die Autorin des Artikels, Mirka Lötscher, ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Ihre Ausbildung als Ing. Agronomin führte sie zu einer Arbeitsstelle am Inforama Bern. Sie ist mit Jaime aus Nicaragua verheiratet. Er ist ebenfalls Agronom und für die ersten gemeinsamen Jahre in die Schweiz gekommen. Sie haben einen kleinen Sohn namens Dario.

BauZ

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