Auswandererblog
Publiziert: 20.01.2016 / 10:05
Auswandererblog: Neue Nachbarn

Auf der Finca von Familie Lötscher in Nicaragua ist es nach bewegten Wochen wieder etwas ruhiger geworden. Ausserdem haben sie neue Nachbarn. Diese sind allerdings keine Unbekannten.

Wir fragten einen unserer langjährigen, treuen Arbeiter, ob er als Chefarbeiter bei uns arbeiten und mit seiner Familie in das Holzhaus nebenan einziehen möchte. Das Ehepaar mit den drei Kindern hat ohne zögern zugesagt. Seine Frau meinte nach einer Woche Probezeit, dass sie uns gerne im Haushalt helfen möchte. Sie war zuerst unsicher, ob sie das schaffen könnte, denn erst vor zwei Monaten hatte sie ihr drittes Mädchen geboren. Dank der zwei älteren Töchter (8 und 10 Jahre), die im Haushalt helfen und ihr Schwesterchen mit Hingabe hüten, sei es für sie aber durchaus möglich, meinte sie.

Für mich sind die neuen Nachbarn einen Segen. Ich bekomme wieder mehr Freiraum, um administrative oder organisatorische Dinge anzugehen. Ich kann die Finca nach Absprache jederzeit verlassen und Dario hat praktisch stets eine Spielgefährtin. Zudem möchten mir die beiden Mädchen ständig helfen. Letztlich stellten wir Passionsfruchtmarmelade her. Ich musste fast nur noch Anweisungen geben. Bis zum Abfüllen der Gläser waren sie voll bei der Sache. Oder sie wollten unbedingt Hirse ernten gehen (siehe Foto).

Nun spielen manchmal bis zu sechs Kinder auf unserer Veranda oder in der näheren Umgebung: Dario, die beiden Mädchen und die Nachbarsbuben, die morgens immer beim Melken mithelfen. Zum Glück habe ich Spielzeug für jedes Alter aus der Schweiz mitgebracht, und Darios Laufrad ist auch bei den grossen hoch im Kurs.

Ich weiss aber auch, dass es nicht immer so weiter gehen wird. Noch bis Anfang Februar dauern die grossen Schulferien. Danach werden die Kinder entweder am Vormittag oder am Nachmittag zur Schule gehen. Die Mädchen sind nachmittags eingeteilt. Gleich wie ein Nachbarsjunge, der gleichzeitig ihr Cousin ist. Sie werden den Schulweg dann zu dritt bewältigen.

Jaime wohnt wegen seinem verletzten Bein immer noch in Matagalpa bei seiner Schwester, weil er kein Risiko eingehen möchte. Die offene Wunde heilt sehr langsam. Hier auf der Finca könnte er sicher nicht stillsitzen und Infektionsmöglichkeiten gibt es viele. Aus diesem Grund bin ich doppelt froh, eine neue Nachbarsfamilie zu haben, die mich in vielerlei Hinsicht unterstützt und mir Gesellschaft leistet.

Mirka Lötscher

Die Bloggerin

Mirka Lötscher ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Ihre Ausbildung als Ing. Agronomin führte sie zu einer Arbeitsstelle am Inforama Bern. Sie ist mit Jaime aus Nicaragua verheiratet. Er ist ebenfalls Agronom und für die ersten gemeinsamen Jahre in die Schweiz gekommen. Ende 2013 sind die beiden mit ihrem kleinen Sohn Dario nach Nicaragua ausgewandert, um die Finca von Jaimes Familie zu übernehmen.

BauZ 

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