Auswandererblog
Publiziert: 06.01.2016 / 08:30
Auswandererblog: Hunde sind unentbehrliche Mitarbeiter

Die vier Hunde auf der Finca von Mirka Lötschers Familie in Nicaragua machen ihre Arbeit als Bewacher von Haus und Hof sehr gut. Manchmal auch etwas zu gut.

Wir haben vier Hunde (siehe Fotocollage). Hier in Nicaragua sind die Hunde in der Nacht unersetzbare Bewacher von Haus und Hof. Fast in jedem Haushalt wohnt ein Hund, auf grösseren Bauernhöfen sogar bis zu acht. Wir hörten von mehreren Fällen, bei denen die Diebe zuerst die Hunde vergifteten und dann erst einbrachen. Wenn viele Hunde an verschiedenen Orten um den Hof herum übernachten, ist es schwieriger, alle zu vergiften und sie so zum Schweigen zu bringen.

Unsere Hunde sind weitherum bekannt, sehr angriffslustig zu sein. Das mussten selbst ihre Artgenossen erfahren. Bereits mehrere fremde Hunde, die es nachts auf unser Land gewagt hatten, fielen ihnen zum Opfer. Am Morgen zeugte nur noch eine Ansammlung von Geiern davon, dass ein Hundekampf stattgefunden hatte. Diese Vögel, bis 50 an der Zahl, entsorgten das Aas und verhinderten damit, dass sich Gestank ausbreiten konnte (siehe Foto).

Einmal holte uns nachts ein Streit der Hunde aus dem Bett. Ich schlüpfte, so schnell ich konnte, in die Stiefel und rannte ausgerüstet mit einem Besen zur Kampfstelle. Ich schlug mit dem Besen auf unsere Hunde ein und schrie aus Leibeskräften. Relativ schnell löste sich der «Hundehaufen» auf und ich sah, wie ein weisses Wollknäuel jaulend davon rannte. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass es das Hündchen meiner Haushaltshilfe war. Es lag drei Tage lang mit offener Fleischwunde am Hals wie tot in ihrem Haus. Niemand glaubte noch an eine Genesung, aber das zähe Hündchen schaffte es wider Erwarten. In der Zwischenzeit ist es nachts ruhiger geworden. Unsere Hunde haben wohl ihren Ruf als mutige Kämpfer etablieren können.

Vor kurzem zeigten uns die Aasgeier ein anderes totes Tier in der Nähe des Hauses an. Bei der näheren Betrachtung schlossen wir auf einen Waschbär. Sehr selten und nur nachts seien diese Tiere hier anzutreffen. Schade, dass unsere Hunde nichts Felliges leben lassen. Einmal zogen wir ein junges Eichhörnchen, das aus dem Nest gefallen war, mit Kuhmilch auf (siehe Foto). Sobald es begann, selbständig im Haus und auf der Veranda herumzulaufen, liess unsere Hündin das Eichhörnchen nicht mehr aus den Augen. Eines Tages, als es nichtsahnend auf der Verandamauer spazierte, schnappte die Hündin leider zu. Katzen als Mäusejäger können wir aus diesem Grund ebenfalls nicht halten.

Doch die Vorteile Hunde zu halten, überwiegen. Die Hühner sind vor Räubern wie zum Beispiel Füchsen geschützt. Nur gegen Schlangen sind die Hunde machtlos. Sie kommen, von ihnen unbemerkt, in den Hühnerstall und genehmigen sich eines der Hühnchen (siehe Foto).

Die wichtigsten Aufgaben aber erfüllen unsere Vierbeiner mit Bestnote: Sicherheit und Abschreckung. Vielleicht haben wir dank unseren Hunden noch keinen Einbruch erlebt. Nicht auszudenken, was sie nachts mit einem fremden Menschen anstellen würden.

Mirka Lötscher

Die Bloggerin

Die Autorin des Artikels, Mirka Lötscher, ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Ihre Ausbildung als Ing. Agronomin führte sie zu einer Arbeitsstelle am Inforama Bern. Seit bald fünf Jahren ist sie mit dem 41-jährigen Jaime aus Nicaragua verheiratet. Er ist ebenfalls Agronom und für die ersten gemeinsamen Jahre in die Schweiz gekommen. Die beiden haben einen Sohn im Kleinkindalter, Dario. 

 

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