Auswandererblog
Publiziert: 07.09.2015 / 08:40
Auswandererblog: Früchtejoghurts versprechen Erfolg

Ich habe einmal von meinen Experimenten in der Marmeladenherstellung geschrieben. Nun habe ich diese in ein Joghurt verarbeitet und damit bei einem festlichen Bauernmarkt klingenden Absatz gefunden.

Es regnet immer noch zu wenig bei uns in Nicaragua, aber glücklicherweise sind wir wegen anderen Aktivitäten etwas abgelenkt. Zudem bleibt die Hoffnung bestehen, dass uns September und Oktober - normalerweise sehr niederschlagsreiche Monate- viel Regen bescheren werden.

Ich wollte schon lange ausprobieren, ob mein Früchtejoghurt (Naturejoghurt gemischt mit Marmelade) sich verkaufen lässt. Denn ich finde, es passt sehr gut zu mir und zu unserem Betrieb. Die Herstellung von Naturejoghurt ist eine günstige Möglichkeit, unsere Milch aufzuwerten. Mit der Marmelade kann ich Früchte konservieren, die wir in der Zeit der reichlichen Ernte nicht mehr alle frisch verzehren können. Zudem bin ich nicht darauf angewiesen, dass eine Verkaufsmöglichkeit mit dem Erntehöhepunkt der Früchte zusammenfällt.

Ich habe das Glück, dass die Gemeinde San Dionisio und verschiedene Nichtregierungsorganisationen gemeinsam sporadisch Bauernmarkttage veranstalten. Vor dem Gemeindehaus werden grosse Zelte aufgerichtet, Tische und Stühle zur Verfügung gestellt und ihre Fahrzeuge holen die Kleinbauern mit ihren Produkten in den Dörfern ab. Dieses Zusammenbringen von Produzenten und Konsumenten ist eine grosse Unterstützung für viele kleine Bauern, denen auch oft die Transportmöglichkeit für den Verkauf ihrer Produkte fehlt.

Die organisierten Märkte stehen aber allen offen, die etwas verkaufen wollen, ohne sich vorher anmelden zu müssen. In den letzten zwei Monaten hatte ich die Chance, an zwei kleinen Märkten mit kleinen Mengen auszuprobieren, ob ich Früchtejoghurt verkauften könnte. Diese Menge war jeweils schnell weg.

Letzte Woche fand ein festlicher Anlass statt. Es gab eine Bühne, verschiedene Animationen und mehrere grosse Zelte für die Verkäufer. Geregelte Ordnung gab es kaum, aber niemand störte sich daran. Jeder Verkäufer stellte den Tisch oder die grossen Säcke mit Gemüse oder Früchten so hin, wie es ihm gefiel. Die Käufer drängten von allen Seiten an den Verkaufstisch.

An diesem Vormittag verkaufte ich etwa 13 l Joghurt in kleinen Bechern à 110 ml. Joghurt ist in San Dionisio noch ein eher neues Produkt. So war dieses Fest für die Besucher eine gute Gelegenheit, Joghurt zu probieren. Ist zu hoffen, dass mein Joghurt die Dorfbewohner überzeugt hat und sich die Probierfreudigen in treue Abnehmer verwandeln werden.

Mirka Lötscher

Die Bloggerin

Mirka Lötscher ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Ihre Ausbildung als Ing. Agronomin führte sie zu einer Arbeitsstelle am Inforama Bern. Sie ist mit Jaime aus Nicaragua verheiratet. Er ist ebenfalls Agronom und für die ersten gemeinsamen Jahre in die Schweiz gekommen. Ende 2013 sind die beiden mit ihrem kleinen Sohn Dario nach Nicaragua ausgewandert, um die Finca von Jaimes Familie zu übernehmen.

BauZ

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