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Lösungen für die zunehmend schwierige Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern


Der Verband der Schaffhauser Landfrauen ist modern und motivierend (v. l. n. r.): Doris Neidhart, Corina Schläpfer, Doris Müller, Sanna Bührer, Vrony de Quervain und Unni Stamm. (Bild VSL)

Der Verband der Schaffhauser Landfrauen ist modern und motivierend (v. l. n. r.): Doris Neidhart, Corina Schläpfer, Doris Müller, Sanna Bührer, Vrony de Quervain und Unni Stamm. (Bild VSL)

BauernZeitung 46 / 2020

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Viele Verbände und Vereine kämpfen damit, neue Mitglieder und auch Vorstandsleute zu finden. Eine Broschüre soll dabei helfen.

 

Autorin: Marianne Stamm
Publikationsdatum 13.11.2020 / 06:00

Die Präsidentin hat ihr Amt auf Ende Jahr gekündigt. Alle intensiven Bemühungen führen zu keinem Ersatz. So lautet die Geschichte von vielen Vereinen. Neue Mitglieder für ein Vorstandsamt zu finden, gestaltet sich vermehrt schwierig. Warum das so ist und was dagegen unternommen werden könnte, erzählen Unni Stamm und Regula Ott in den beiden untenstehenden Interviews.

Neue Broschüre veröffentlicht

Der Schweizerische Katholische Frauenbund hat aufgrund der Problematik, die in vielen Vereinen aktuell ist, eine neue Broschüre «Neue Vorstandsfrauen finden» herausgegeben.

Weitere Kurse sind geplant

Auch der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband hat zum Ziel, Frauen zu stärken und für Ämter zu motivieren. Dazu wurde der Kurs «kompetent.engagiert» entwickelt, der im Jahr 2018 erstmals angeboten wurde.

In den Kursen können sich interessierte Frauen in den Bereichen persönliche Kompetenzen, professionelle Auftrittskompetenz sowie Politik und Agrarpolitik persönlich weiterentwickeln. Im 2021 sind Einsteiger- sowie Aufbaukurse geplant. Informationen finden sich auf der Website www.landfrauen.ch.

«Das Ehrenamt wird immer weniger attraktiv»

Regula Ott ist Co-Geschäftsleiterin vom Schweizerischen Katholischen Frauenbund (SKF). Sie ist eine der drei Autorinnen der Broschüre «Neue Vorstandsfrauen finden». Im Interview erklärt sie, warum es die Broschüre überhaupt braucht.

Warum die Broschüre «Vorstandsfrauen finden»?

Regula Ott: Das Ehrenamt wird immer weniger attraktiv. Die meisten Frauenvereine haben viele Mitglieder, aber es finden sich wenige für den Vorstand. Menschen haben weniger Zeit und sind oft schon ausgelastet. Viele Leute wollen sich auch nicht so lange binden, übernehmen lieber punktuelle Engagements, die zeitlich befristet sind – so die Freiwilligenforschung.

Ist das Engagement für die Allgemeinheit nicht mehr interessant?

Die Freiwilligenarbeit zieht immer noch. Der Hauptpunkt hier ist das miteinander Gestalten und die Sinngebung. Wenn ein Verein kommunizieren kann, hier darf sinnvoll mitgestaltet werden, kann er die Menschen abholen.

Was raten Sie Vereinen, die Mühe haben mit dem Anwerben für den Vorstand?

Nach aussen kommunizieren, für was der Verein steht: mit einem Inserat in der Kirchenzeitung und im Dorfblatt; im Migros die Menschen ansprechen z. B. am Tag der Nachbarschaft. Mit einfachen Einstiegsmöglichkeiten Interessierten die Möglichkeit geben, sich punktuell zu engagieren. Z. B. als Helferin bei einer Kinderkleider-Börse. So kann den Menschen die Freude an der Mitarbeit aufgezeigt werden.

Eine Standortbestimmung aufnehmen (unsere Broschüre gibt da Einleitung dazu). Was wollen wir? Was können wir mit unseren Ressourcen machen? Was braucht die Gemeinde,
die Bevölkerung?

Ein Vorstandsamt kann Vorbereitung sein für ein politisches Amt oder sogar den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Auf der Website «Dossier freiwillig engagiert» kann einfach ein Zeugnis erstellt werden über die Vereinsarbeit. Das könnte mitunter motivieren, sich zu engagieren.

Sie bieten Kurse an zum Thema Vereinsarbeit. Was bringt so ein Kurs für die Teilnehmerinnen?

In den Kursen werden Kompetenzen entwickelt. Wir vermitteln Fachwissen, zum Beispiel für die Aktuarin. Das gibt Selbstvertrauen. Teilnehmerinnen wissen, wo Hilfe zu finden ist, und sind vernetzt – auch mit Engagierten anderer Ortsgruppen. Das beflügelt die Motivation und stärkt das Gemeinschaftsgefühl über die Region hinaus.

«Die Vorstände haben sich verjüngt»

Unni Stamm ist Bäuerin auf dem «Hugligrund» in Thayngen SH. Seit 2016 ist sie im Vorstand vom Verband Schaffhauser Landfrauen (VSL) mit Ressort «Bildung» und seit 2018 deren Co-Präsidentin. Sie ist Mitglied der Strickhof-Schulkommission und Mitglied der Sektionskommission «Bäuerinnen und Gesundheit». 

Hat sich das Co-Präsidium bewährt im VSL?

Unni Stamm: Und wie! Die Vorstandssuche bietet die Möglichkeit, sich zu hinterfragen, was ist dran. Vrony de Quervain und ich sind ganz verschieden und ergänzen uns so gut. Vrony ist gut vernetzt. Das Organisieren macht sie mit links. Ich bleibe lieber im Hintergrund, mache das Administrative. In einem Co-Präsidium sind beide gleichwertig.

Warum gestaltet es sich immer schwieriger, Vorstandsmitglieder zu finden?

Viele scheuen die Verbindlichkeit, ihre Zeit in diese Arbeit zu investieren. Das Problem beginnt schon da. Wo keine neuen Mitglieder nachkommen, gibt es auch keine neuen Leute in den Vorstand. Die jüngeren Frauen, vor allem jene, welche noch auswärts arbeiten, haben schlichtweg keine Zeit.

Was hat sich in den letzten Jahren in den Schaffhauser Landfrauenvereinen verändert?

Die Vorstände haben sich verjüngt, sind moderner geworden und mehr moti-vierend. Heute sind im Verhältnis weniger Mitglieder Bäuerinnen und mehr Landfrauen.

Was kann ein Vorstand machen, um attraktiver zu werden?

Ein tolles Team motiviert. Wichtig scheint mir, Neues aufnehmen und Altes abgeben zu können; neue Ideen zu entwickeln. Die Vorstandsarbeit kann die Möglichkeit bieten, sich beruflich weiterzubilden. Mein Ressort ist die Bildung. Die Mitarbeit in der Strickhof-Schulkommission ist sehr bereichernd für mich; ich lerne eine Welt ausserhalb der Eigenen kennen.

Wie geht der VSL an die Suche für ein Vorstandsmitglied?

In meinem Brief an die lokalen Vereine mache ich schon ein Jahr im Voraus darauf aufmerksam, dass wir ein Vorstands-mitglied suchen. Die besten Erfolge haben wir im ländlichen Gebiet. Wir besprechen im Vorstand, wer passen könnte. Dazu werden unsere Vorstandsmitglieder pro Einsatz ent-schädigt.

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