Auswandererblog
Publiziert: 21.07.2016 / 17:26
Auswandererblog: Saftig grüne Finca vorgefunden

Nach einer längeren Pause und einer bewegten Zeit melde ich mich wieder zurück. Sofort nach unserer Ankunft in Nicaragua fuhren wir auf die Finca. Es war schön, sie wieder in grüner Pracht vorzufinden.

Schon beim grossen Tor, dem Eingang zur Finca, stand üppig und kräftig der vor einigen Wochen gesäte Mais. Auch die Zierpflanzen vor dem Haus sind stark gewachsen. Seit Mai, dem normalen Start der Regenzeit, regnete es immer wieder genügend.

Nicht nur dank dem Regen fand ich eine gepflegte Finca vor: Wir können vor allem auch dankbar sein, dass wir einen so pflichtbewussten Vorarbeiter gefunden hatten. Er kümmerte sich innerhalb seiner Möglichkeiten gewissenhaft um Haus, Tier und Land. Zudem führte er sehr gut Buch über die Einnahmen der Milch, Ausgaben für die Bezahlung der Arbeiter und weitere kleine Ausgaben.

Ich habe sehr grosses Vertrauen, dass keine Geldbeträge in seine Hand geflossen sind, was hier sonst keine Seltenheit ist. Stolz zeigte er mir und Dario bei einem Ausritt über die Finca (siehe Foto), die saftig grünen Weiden und das üppige Bohnenfeld. Natürlich gab es das Eine oder Andere zu bemängeln, aber das ist ja normal.

Das Haus war etwas weniger gepflegt. Der Boden war sehr sauber, aber die Wände, Fenster und Türen waren voll Staub, Spinnweben und aus Erde gebaute Wespennester. Man sah aber, dass sich Johana, die Frau unseres Vorarbeiters und ihre Töchter viel Mühe gegeben haben. Ich glaube, dass sie auf dem Land einfach eine andere Wahrnehmung von Sauberkeit haben. Auch musste ich zum Beispiel auf die Wichtigkeit der Sauberkeit im Hühnerstall hinweisen. Dafür war im kleinen, vor Hühner abgesicherten Gärtchen verschiedenes gesät.

Es gab aber trotzdem sehr vieles zu organisieren und zu entscheiden. Maschinen, die seit längerem nicht mehr funktionierten, mussten in die Reparatur gebracht, lang geschuldete Beträge zurückbezahlt und ein besserer Milchpreis musste ausgehandelt werden. Unser Milchabnehmer hat mich auf August vertröstet. Der Käseverkauf laufe dann wieder so gut, dass er mehr für die Milch zahlen werde. Den Abnehmern geht es nicht besser als uns Produzenten. Wir können mit dem Milchgeld nicht einmal alle Arbeiter bezahlen.

Ich hatte in dieser Zeit auf der Finca noch viel mehr vor, aber dummerweise hat mich eine Mücke mit der Chikungunya-Krankheit angesteckt. Zum Glück sind die Symptome nicht mehr so einschneidend wie beim Aufkommen dieser Krankheit vor einem Jahr. Fieber hatte ich zum Beispiel keines, aber einen müden Körper und Gelenkschmerzen. Am zweiten Tag bekam ich dann einen juckenden Ausschlag am ganzen Körper. Am vierten Tag, kurz vor der Abreise nach Managua, hatte ich den Ausschlag schon fast wieder los und auch sonst plagten mich keine Krankheitssymptome mehr.

Mirka Lötscher

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