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Zuckerrüben: Nur zurückhaltend kopfdüngen

Samuel Jenni, Geschäftleiter der Fachstelle für Zuckerrübenbau blickt auf die Kampagne 2019 zurück und gibt Hinweise zur Kultur.


Die Zuckerrüben litten in dieser Kampagne unter einem hohen Gehalt an Alpha-Amino-Stickstoff. Ein tiefer Zuckergehalt und eine schlechte Ausbeute waren die Folgen. Wie kommt es dazu?

Samuel Jenni: Heisse Sommer fördern die Mineralisation von Stickstoff, welcher nach dem Regen in Lösung übergeht und die Rüben dann quasi «Luxuskonsum» treiben lässt. Hohe Stick-stoffwerte waren bisher eher ein Problem im Mittelmeergebiet (Italien, Spanien, Griechenland) sind aber mittlerweile mit den vermehrten Hitzewellen auch in unseren Breitegraden anzutreffen.

Was müssen die Zuckerrübenpflanzer beachten, damit der Alpha-Amino-Stickstoff nicht zu hoch ist?

Wichtig ist, dass möglichst wenig Stickstoff aus (späten) Hofdüngergaben zur Wirkung kommen kann. Auch in Bezug auf die Kopfdüngung soll Zurückhaltung geübt werden. Dazu verweisen wir auf unser N-Pro-Düngungsprogramm, welches online auf der Homepage abrufbar ist. Dabei wird die nötige Menge an Stickstoff für jedes Feld individuell berechnet.

Welches sind die grössten Herausforderungen in Zukunft betreffend Krankheiten und Schädlinge?

Zur Zeit grassiert im westlichen Anbaugebiet die SBR-Vergilbung (Syndrom des basses richesses), die von einer Zikade übertragen wird. Dieser Krankheit kann im Moment nur mit der richtigen Sortenwahl begegnet werden. Allerdings ist das momentan ein gewisser Kompromiss. Eine echte Bekämpfung des SBR-Bakteriums gibt es nicht. Daneben sind Cercospora-Blattflecken eine grosse Herausforderung. Fungizide wirken zum Teil nur noch vermindert, deshalb muss die Sortenwahl ebenfalls mithelfen, damit die Resistenzgefahr abgemildert wird, indem weniger Behandlungen mit Fungiziden nötig sind. Mit dem Wegfall der Neonicotinoide ab dem Anbaujahr 2019 hat sich die Gefahr von diversen Schädlingen wie Blattlaus, Erdfloh, Rübenfliege, Rübenmotte noch erhöht. Bei diesen Schadinsekten gelten Schadschwellen und eine Bewilligungspflicht des jeweiligen Kantons. Das stellt eine grosse Anforderung an die Produzenten, einerseits die Schadschwellen zu bestimmen, andererseits nicht zu vergessen, die nötigen Sonderbewilligungen bei den jeweiligen Pflanzenschutzstellen des Kantons einzuholen. Daneben gelten für praktisch alle Insektizide wie auch für einige Fungizide sowohl Grenzabstände wie auch Auflagen bezüglich Abdrift und Abschwemmung. Diese müssen penibel eingehalten werden.

Mit welchen Rübenkrankheiten hatte man in der letzten Kampagne am meisten zu kämpfen?

Wie in den Vorjahren auch, ist Cercospora-Blattpilz-Befall die wichtigste bekämpfbare Krankheit in Zuckerrüben. 2019 hatte man diese Krankheit vergleichsweise recht gut im Griff. Dank des Aufrufs der Fachstelle zum Wechsel der Triazol-Wirkstoffe und dem Beimischen von Kupfer wurden die Blattpilze an der Ausbreitung gehindert.

Welche Rübensorten würden Sie 2020 für die Pflanzer empfehlen?

Das ist davon abhängig, in welchem Gebiet sich der Betrieb befindet. Im westlichen Teil der Schweiz kommen nur die SBR-toleranten Sorten BTS 2725 sowie Rhinema in Frage. Im Übergangsgebiet des Berner Seelandes würde die Fachstelle die Sorte BTS 2725 vorsehen. Für die östlich (ab Grenchen SO) gelegenen Anbaugebiete kommen die klassischen Sorten wie Samuela, Strauss oder Masaï in Frage. Daneben wird auf Parzellen mit hohem Unkrautdruck sicher die Wahl auch auf Smart Belamia fallen. Die Conviso-Smart-Technologie ermöglicht eine vereinfachte Unkrautkontrolle bei sehr hohen Wirkungsgraden.

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