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Zibelemärit: Trütschlen will gelernt sein

Morgen Montag ist Zibelemärit in Bern. Wohl die wenigsten wissen, wie viel Arbeit ein Zwiebelzopf gibt.


Abfahrt um zwölf Uhr in der Nacht. Aufbau der beiden Stände. Verkauf der Zwiebeln, bis etwa um 16 oder 17 Uhr nichts mehr da ist. Danach Abbau der Stände und Heimfahrt. So wird Familie Iseli aus Täuffelen BE am Montag den Berner Zibelemärit erleben.

Ruhigere Zeit folgt

Für den Familienbetrieb Iseli Gemüse und Früchte ist dieser Markt der Abschluss einer sehr arbeitsintensiven Zeit. Iselis verkaufen die traditionellen Zwiebelzöpfe, oder in altem Seeländer Deutsch genannt «Trütsche». Das Binden der Kunstwerke heisst «trütschle». Das erfährt die Schreibende der BauernZeitung beim Besuch auf dem Hof, einige Tage vor dem Markt. Geführt wird der Betrieb, der auf rund 12 Hektaren Kartoffeln, Gemüse, Kürbis und Blumen produziert, von Barbara und Fredi Möri-Iseli. Die Ware wird im hofeigenen Laden, an Restaurants, Altersheime und auf Märkten verkauft. Fredi Möri-Iseli ist Bäcker und produziert zudem in der hofeigenen Bäckerei, Brote, Zöpfe und Süssgebäck. Daher trägt er auch den Übernamen Gmües-Beck. Unterstützt werden die beiden von Barbaras 75-jähriger Mutter Hanni, den Schwestern Gaby Iseli und Sylvia Helbling-Iseli sowie Schwager Fritz Helbling. Letztere beiden führen in Epsach BE einen eigenen Acker- und Obstbaubetrieb und sind für den Ackerbau auf dem Betrieb Iseli zuständig.

Lange Tage und Wochen

Die Vorbereitungen für die Zwiebelmärkte Biel, Nidau, Bern und den Weiterverkauf, beginnen beim Familienbetrieb Iseli Mitte September. Dann heisst es tagein, tagaus trütschlen, bis die tausenden Kilo von Zwiebeln verarbeitet sind. Mutter Hanni beginnt morgens um fünf oder sechs Uhr und arbeitet bis abends zirka 18 Uhr. Das an sechs bis sieben Tagen die Wochen. Nur die eine Stunde, um sich mittags kurz hinzulegen, die lässt sie sich nicht nehmen. Doch bevor getrütschlet werden kann, müssen die Zwiebeln geputzt werden. Diese Arbeit erledigen sechs bis sieben Pensionäre aus dem Dorf. Dabei wird gescherzt und gelacht. Es herrscht eine lockere Stimmung im Verarbeitungsraum. Fürs Trütschlenzuständig sind Mama Hanni, Tochter Gaby und Ruth Möri aus dem Nachbardorf. «Seit ich denken kann, haben wir Zwiebelzöpfe für den Markt gemacht», erklärt Gaby Iseli.

Gaby Iseli ist eigentlich diplomierte Pflegefachfrau. Nebst dem Pensum im Spital, arbeitet sie zu 50% im Betrieb der Familie mit. Jetzt, so kurz vor dem Markt in Bern, hat sie im Spital Ferien bezogen. Denn ihre Hände werden dringend gebraucht. Noch etliche Kisten an Zwiebeln müssen verarbeitet werden.

Besser als Stricken

Für Hanni Iseli bedeutet der Marktin Bern sehr viel. Es sei der Schönste, betont sie. Die Frage, ob ihr all die Zwiebeln bis zum Schluss nicht verleiden, verneint die rüstige Rentnerin. «Ich mache es halt gerne. Das ist grad so schön wie stricken», lacht sie. Trotzdem geniesst sie es, wenn es wieder etwas ruhiger wird. Reich werde man nicht, erklärt Tochter Gaby. Doch auch für sie hängt viel Herzblut am«Bärner Zibelemärit».

Gaby Iseli ärgert es, wenn Menschen meinen, solch ein Zopf sei schon teuer. «Die sollten mal schauen kommen, welche Arbeit dahinter steckt», erklärt sie. Gaby Iseli ist sich bewusst: Sollte Mama Hanni einmal nicht mehr trütschlen können, wird es der Familie nicht mehr möglich sein, an alle Zwiebelmärkte zu fahren.

Andrea Wyss

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