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Würde für Mastschweine

Mastschweine fristen meist ein tristes Dasein. In den Ställen ist wenig Platz, es gibt kaum Beschäftigungsmöglichkeiten. Oliver Hess wollte das ändern und rief das Projekt "Wiesenschweine" ins Leben.


Publiziert: 15.04.2019 / 14:08

Hausschweine haben sehr ähnliche Bedürfnisse wie Wildschweine, ist Oliver Hess überzeugt. Daher konnte er nicht untätig bleiben, als er die Bedingungen auf einem Schweinemast-Betrieb sah. Die SRF-Sendung "Reporter" begleitete den Visionär während vier Jahren auf seinem Weg zu einem besseren Leben für Mastschweine. Hier eine kurze Zusammenfassung des Beitrags vom 14. April.

Besser halten statt importieren

Geschockt von den Zuständen in einem Schweinmast-Betrieb in Mosen LU, entschied Oliver Hess, diesen zu kaufen. Er wolle es besser machen, den Tieren ein kurzes Leben in Würde ermöglichen. Die Schweine einfach allesamt zu schlachten oder freizulassen sei keine Lösung, erklärt er im "Reporter". Dann würde man den inländischen Bedarf an Schweinefleisch einfach über Importe decken. Das Problem wäre verlagert, nicht gelöst.

Ein Finanzierungsproblem

Während die Planung des innovativen Stalls rasch voranschritt, blieb die Finanzierung schwierig. Hess hatte sich bereits verschuldet und der Umbau würde teuer werden. Ein Meilenstein gelang, als ein Abnahmevertrag mit Coop unterzeichnet wurde: Der Detailhändler sicherte damit zu, das Fleisch der "Wiesenschweine" zu vermarkten. Der Beginn der Bauarbeiten schien in greifbare Nähe gerückt.

Rückschlag beim Baugesuch

Der Kanton Luzern aber stufte den geplanten Bau als Ersatzneubau ein und erteilte kein Baurecht. Hess gab auf, verkaufte den Hof und das Wohnhaus in Mosen LU und zog mit seiner Familie um. Aber er hatte einen Plan B in der Hinterhand: Der Vertrag mit Coop war nicht an einen Standort, sondern an das Label "Wiesenschwein" gebunden. Es war also auch andernorts möglich für Hess, seinen Traum zu realisieren.

Hoffnung im Entlebuch

Im Brückhof in Schüpfheim LU fand der "Wiesenschwein"-Pionier einen Partner und so wurde der Betrieb umgebaut. Statt in Mosen führte Hess also in Schüpfheim die Mastschweine in eine neue Freiheit. Sein System ist ausgefeilt. Individuelle Töne sollen die Tiere gruppenweise von der Wiese in den Stall und zurück rufen. Die Schweine haben Wühlmaterial, eine grosse Auslauffläche und sogar einen Pool zur Verfügung.

Es sieht ziemlich ausgelassen aus, wie die jugendlichem Schweine zum ersten Mal die Gegend erkunden, tief im Einstreu wühlen und herum tollen.

Das Ziel ist erreicht

So sind die "Wiesenschweine" also doch noch Realität geworden. Der Markteintritt von "Wiesenschwein"-Fleisch wird in ausgewählten Coop-Filialen ab dem 23. April lanciert. In Schenkon, Luzern, Kriens und Seewen werden also bald Fleischprodukte von glücklicheren Tieren im Regal stehen. Die nächste Hürde wird dann wohl der erfolgreiche Verkauf sein.

Hier finden Sie den Prospekt zum "Wiesenschwein".

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Kommentare (3)
Bruno Schröter am 12.06 2019 um 10:59
Ich hoffe das Hr. Hess die nötige Untertützung bekommt. Die Sache wäre wirklich genial. Ich werde zum treuen Kundenstamm gehören..Leute macht mit und ermöglicht den Tieren eine würdevolles, wenn auch kurzes Leben.
Charlybenetti am 16.04 2019 um 20:59
Das wäre die Aufgabe des Schweizer Tierschutzes, nur dies Schweinemasthaltung durchzusetzen. Und dann auch Schluss mit 50 % auf Schweinefleisch im Verkauf. Faire Haltung-faire Preise. Danke an Hr. Hess und dem Brückhof und der Gemeinde Schüpfheim.
Eden am 15.04 2019 um 21:53
Toll, nur so sollten Schweine gehalten werden. Sie sind intelligenter als Hunde. Wenn Fleisch, dann nur aus Kag-Freilland oder dieser hier...
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