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Wölfe draussen halten

Auch wenn der Schutz des Wolfes mit dem heutigen Entscheid des Ständerates gelockert wird, bleibt das Raubtier ein Thema. Ein Video zeigt anschaulich, worauf es bei einem guten Weidezaun ankommt.


Publiziert: 12.06.2019 / 11:59

Die meisten Schäden an Nutztieren durch Wölfe wären vermeidbar: mehr als 90 Prozent davon entstehen in Situationen ohne Schutzmassnahmen. Mit dieser Aussage macht das Video der Agridea bereits zu Beginn klar, weshalb gute Weidezäune wichtig sind.

Wölfe springen nicht

Ralph Manz von der Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Weidemanagement (KORA) räumt mit einem Märchen auf: wilde Wölfe springen äusserst selten. "Bilder oder Filme mit Wölfen, die Zäune überspringen, wurden mit dressierten Tieren gemacht", wird im Video aufgeklärt. Das zeigte auch ein Versuch der Agridea, bei dem Elektrozäune in einem Wolfsgehege aufgestellt wurden; zwar gruben sich die Raubtiere einen Weg unter dem Zaun hindurch, sobald die unterste Litze mehr als 25 cm über dem Boden war. Darüber gesprungen sei aber keines.

Funktionen nach innen und aussen

Generell haben Weidezäune die Funktion, Nutztiere innerhalb der Weide und Wölfe oder Menschen ausserhalb davon zu halten. Dazu müssen sie stabil sein, was mir einem maximalen Abstand von acht Metern zwischen den Pfählen als Faustregel sichergestellt werden kann. An jeder Ecke und bei einem Richtungswechsel sorgen solide (Holz-)Pfosten für Stabilität. 

Weidenetze sind laut Agridea ideal für temporäre Weiden. Dabei gilt es Folgendes zu beachten:

  • Die Zaunlinien gilt es auszumähen
  • Der Netzzaun darf nicht durchhängen
  • Am Strassenrand sorgen zusätzliche Flatterbänder an der obersten Litze für eine gute Sichtbarkeit 

Verschiedene Energiequellen

Falls der Elektrozaun nahe am Hof aufgestellt werden soll, empfiehlt sich ein Anschluss ans Stromnetz. Das mache den Unterhalt einfacher und sei energieeffizient. Für weiter entfernte Weiden sind Akkus geeignet, oder eine Autobatterie in Kombination mit einem kleinen Solarmodul. So muss nicht dauernd die Batterie gewechselt werden. 

Wichtig ist auch eine gute Erdung, damit ein Tier bei Berührung des Zauns auch einen Stromschlag  zu spüren bekommt. Die Erdungsstäbe sollten möglichst lange sein, wässern verbessert ihre Funktion zusätzlich.

Beim Stromfluss werden mindestens 3'000 Volt angestrebt. Ein Elektrozaun müsse bei Gebrauch immer unter Strom stehen, damit die Tiere die Barriere auch akzeptieren.

Besser blau oder weiss statt orange

Während orange Litzen für den Menschen auffällig sind, können Tiere blaue oder weisse Drähte besser sehen. Daher sollte man bei neuen Zäunen diese Farben verwenden. Hinweistafeln und Flatterbänder machen Passanten auf den Elektrozaun aufmerksam. Ein Band am Waldrand kann bei einem bestehenden Wildwechsel Rehe vor dem Weiderand abbremsen.

Regelmässige Kontrollen sind wichtig

Damit ein Zaun seine Funktionen erfüllen kann, muss er regelmässig gewartet werden. Agridea empfiehlt, die Drähte immer dann zu kontrollieren, wenn man nach den Weidetieren sehe. Wer den Stromfluss überprüft, bemerkt mögliche Schäden. Auch wenn die Batterie leer ist, kann eine Beschädigung nicht ausgeschlossen werden; sie könnte den leeren Akku erst verursacht haben.

Damit bei fixen Zäunen ungeladene Tore nicht zur Schwachstelle werden, kann man einen elektrischen Vorspanner unterhalb des Zauntores zeihen. 

Am Ende der Weidesaison gilt es, alle Zäune fachgerecht abzubauen, Flatterbänder einzusammeln und richtig zu entsorgen.

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