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Wildschweine bleiben ein Risiko

Wildschweine können enzootische Pneunomie in Schweineställe übertragen. Wer als Landwirt Kontakt zu den Jägern pflegt, hilft, den Jagddruck aufrechtzuerhalten, sagt Suisseporcs-Präsident Meinrad Pfister.


Publiziert: 22.05.2015 / 06:01

Wie gross ist das Risiko für die Schweinehalter, das von der wachsenden Wildschweinpopulation ausgeht?


MEINRAD PFISTER: Das Risiko ist vorhanden, aber eine Einschätzung ist sehr schwierig. Mit Sicherheit kennen wir derzeit zwei Fälle, wo nachweisbar die enzootische Pneumonie über  Wildschweine in die Tierbestände eingeschleppt wurde.

Mir ist in diesem Zusammenhang wichtig, dass das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen den Zielkonflikt zwischen der bekämpfungspflichtigen Krankheit und den Wildübergängen anerkennt. Und wir erwarten, dass man in Gesprächen die möglichen Lösungen beraten kann.


Ist man da schon weiter?


PFISTER: Im Kanton Luzern schon, ja. Das Landwirtschaftsamt will nun ein Monitoringsystem entwickeln, damit die Lungen der abgeschossenen Wildschweine überprüft werden können.  Auch in unserem Gebiet wurden Wildschweine in der Nähe von Schweineställen gesehen. Und das macht schon auch Angst.


Der Schweinegesundheitsdienst empfiehlt die doppelte Umzäunung von Ausläufen. Würde das helfen?


PFISTER: Die Massnahme kann helfen. Es ist aber wichtig, dass jeder die Massnahmen ergreift, die für seinen Betrieb geeignet sind. Ausserdem empfiehlt es sich, einen engen Kontakt mit den Jägern zu pflegen, damit der Jagddruck aufrechterhalten werden kann. Und natürlich bieten auch die Hygienemassnahmen einen gewissen Schutz. Für weitere Informationen kann der Schweinegesundheitsdienst kontaktiert werden.


Ein anderes, ebenfalls wichtiges Thema ist der Antibiotikaeinsatz. Suisseporcs hat dazu im letzten Jahr Suisano lanciert. Wie ist der Stand der Dinge?


PFISTER: Bis jetzt war das Projekt für unsere Produzenten noch nicht sehr greifbar, aber wir sind auf gutem Weg. In den letzten Monaten haben wir mit 40 Pilotbetrieben und der Vetsuisse-Fakultät der Uni Zürich den Benchmark erstellt. Dieser bildet den Antibiotikaeinsatz pro Tierkategorie und Wirkstoff ab.

Die ersten Ergebnisse konnten wir mit den Pilotbetrieben auswerten. Es zeigt sich, dass es eine enorme Streuung über die verschiedenen Betriebe gibt.

In den nächsten Monaten wollen wir nun weitere Betriebe dazugewinnen und am 1. Januar 2016 schliesslich mit der Dienstleistung an den Markt gehen.


Was muss man mitbringen, um daran teilnehmen zu können?


PFISTER: Man muss bereit sein, die Produktionsdaten und den Antibiotikaeinsatz offenzulegen. Wir garantieren im Gegenzug, dass die Daten anonymisiert weitergegeben werden. Schliesslich geht es uns nicht darum, die Leistung zu reduzieren, sondern den Einsatz von Antibiotika zu optimieren.


Sie wollen auch einen Mehrwert bei den Abnehmern geltend machen können. Wie ist der Stand der Verhandlungen?


PFISTER: Die Verhandlungen finden in den nächsten Monaten statt. Ich erhoffe mir bis im Herbst konkrete Ergebnisse.


Andererseits ist der Preis für Mastschweine nach wie vor sehr tief. Ist das Ende der Talsohle erreicht?


PFISTER: Nein, gemäss unserer Einschätzung ist noch keine Erholung in Sicht. Grund dafür ist ein Überangebot an Mastplätzen, das vermutlich bis 2017 noch bestehen bleiben wird. Dann nämlich müssen alte Ställe, die noch mit Vollspaltenböden arbeiten und keine Umbauten vornehmen werden, ihre Produktion einstellen. Weil es zudem viele neuere Ställe gibt, ist der Jagerpreis nicht sehr stark unter Druck. Dass wir bei den Mastsauen aber mit einem im Vergleich zum Vorjahr um 90 Rappen tieferen Preis in den Sommer starten sollen, bereitet mir tatsächlich Sorgen.


Was macht die Suisseporcs, um dem entgegenzuwirken?


PFISTER: Die Verantwortung dafür tragen die Marktakteure, Suisseporcs hat keine Instrumente, um direkt einzugreifen und fordert deshalb alle auf, entsprechende Massnahmen zu ergreifen.


Vor einem Jahr übernahmen Sie das Präsidium von Suisseporcs. Wie erleben Sie die Arbeit?


PFISTER: Es ist sehr spannend und anspruchsvoll. Ich habe den Eindruck, dass die Basis mich und meine Kollegen sehr gut trägt. Und mir wurde schon mehrfach gesagt, dass nach einer schwierigen Phase nun etwas Ruhe eingekehrt ist. 

Interview Hansjürg Jäger

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