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«Wie in einer guten Ehe»

Zusammen ist viel mehr möglich als im Alleingang. Das sind sich die Bio-Gemüsebauern Hans Ulrich Müller mit Sohn Niklaus und Samuel Otti bewusst. Das Dreierteam betreibt ein erfolgreiches Gemüse-Abo mit über 500 Kunden.


Publiziert: 11.11.2018 / 07:45

Angefangen hat alles mit einem Rüeblivollernter, den Samuel Otti anschaffen wollte. Ihm war klar, dass er als Kleinbetrieb diese kostspielige Maschine nicht alleine finanzieren konnte. So machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Partner. In der Region zwischen Bibern im Bezirk Bucheggberg des Kantons Solothurn und Oberwil bei Büren im Berner Seeland gibt es nicht viele grössere Gemüseanbauer. So war schnell klar, dass es der Betrieb von Hans-Ulrich Müller sein wird. Eine perfekte Ergänzung, wie sich herausstellte. Denn genau er - Hans Ulrich Müller - wollte seinen konventionell betriebenen Hof auf Bio umstellen. In Samuel Otti fand er einen willkommenen Berater für sein Vorhaben. Eine perfekte Symbiose.

Erweiterung der Vermarktung 

Der Kleinbetrieb von Samuel Otti in Oberwil lebt schon von Beginn weg zu 100 % von der Direktvermarktung. Einerseits verkauft der Biobauer sein Gemüse im eigenen Hofladen, andererseits auf dem samstäglichen Wochenmarkt in Biel. „Mir war aber irgendwann klar, dass es Menschen gibt, die weder auf den Markt nach Biel, noch auf meinen Hofladen kommen wollen, grundsätzlich aber an Bio-Gemüse interessiert sind“, so Otti. Also hielt er Ausschau nach einer weiteren Absatzmöglichkeit, die gleichzeitig die beste Wertschöpfung bot. Genau die wollte Hans-Ulrich Müller auch vermehrt in den eigenen Betrieb zurückholen. Grund warum sie heute gemeinsam das Gemüse-Abo betreiben.

Das ausgefeilte Konzept für das Gemüse-Abo liefert Niklaus, der Sohn von Hans-Ulrich Müller. Seine berufliche Laufbahn startet der 28-Jährige mit einer Lehre als Gemüsegärtner. Später absolviert er die Weiterbildung zum Agrotechniker an der Höheren Fachschule für Landwirtschaft Strickhof in Lindau. Für eine Semesterarbeit entwirft Niklaus Müller ein Konzept für ein Gemüseabo. „Er präsentierte mir seine Arbeit und sagte zu mir: das musst du machen“, lacht Hans Ulrich Müller, der zuerst alles andere als begeistert von der Idee seines Sohnes war. Denn diesen hätte er dringend auf dem Hof gebraucht und nicht neue Ideen, die vorerst mal zusätzliche Arbeit in Aussicht stellen. Dann kehrt Niklaus Müller von Zürich zurück, steigt anfangs 2016 beim elterlichen Hof ein und lanciert gleichzeitig das Abo. „Als Jungunternehmer und Geschäftsleiter des Abos ist er eine ideale Besetzung für uns“, sind sich Vater Hans-Ulrich Müller und Samuel Otti einig. Froh darüber, dass Niklaus gute Computerkenntnisse hat. Herzstück des Abos ist letztlich die dafür benötigte Software, mit der die Kunden online ihre Tasche füllen, die Bestellung ganz nach ihrem Gusto anpassen können, und die gleichzeitig Packschein, Lieferschein und die Rechnung verarbeitet. Insgesamt fahren sie wöchentlich sieben Touren. Niklaus Müller achtet darauf, dass diese jeweils optimal ausgelastet sind. 

Die gute Seele 

Unterstützt werden die drei Biogemüsebauern von einer Frau, die im Betrieb eine entscheidende Rolle spielt. Susanne Mangold, die Sekretärin. „Sie ist ein gewichtiger Teil unseres Erfolges," sind die drei Landwirte überzeugt. „Es braucht hier jemanden, den die Menschen gerne haben.“ Als Ansprechpartnerin für die Kunden des Gemüse-Abos hat sie für alle stets ein offenes Ohr. Sei es, wenn einmal etwas nicht so klappt oder ein unzufriedener Kunde anruft – sie hat stets die richtigen Worte bereit. „Ein nicht zu unterschätzender Faktor, denn die Konkurrenz schläft nicht," so Müller. Sie kennt den gesamten Ablauf des Gemüse-Abos und springt auch mal da ein, wo Not am Mann ist. Sei es, wenn jeweils donnerstags in der Packerei helfende Hände gebraucht werden oder wenn einer der Produzenten vergessen hat, etwas zu liefern. Auch hier ist Koordination für das gesamte Angebot nötig, das nebst Gemüse auch Brot, Milch, Wurst, Früchte, Käse oder Eierlieferungen beinhaltet, denn mittlerweile arbeiten sieben Betriebe mit.

Intensive Zusammenarbeit

Ohne eine starke Zusammenarbeit wäre eine so breite Produktepalette gar nicht möglich – ein entscheidender Vorteil, um den Kunden eine grosse Vielfalt anbieten zu können. Eine Vielfalt, die die Bio-Gemüsebauern immer wieder bei attraktiven Werbeauftritten präsentieren. So sind sie jeweils beim Slow-up oder beim Freilichttheater Bucheggberg präsent, verteilen Erdbeeren an Bahnhöfen oder zieren jede Gemüse-Abotasche mit einer frischen, leuchtenden Sonnenblume. „Darauf hatten wir sehr viele positive Rückmeldungen", so Otti. „Der Markt boomt und da muss man einfach freundlicher, zuverlässiger und besser sein.“ Auch stets erstklassige Ware zu liefern ist wichtig für den Erfolg. Damit dieser Bestand hat, braucht es nebst dem Herzblut auch immer wieder Gespräche. Die werden oft am langen Küchentisch bei Müllers in Bibern geführt. Hier fliessen die Ideen zusammen und es kommt auch schon mal zu Diskussionen. „Dabei darf die eigene Befindlichkeit nicht überbewertet werden“, ist sich Samuel Otti sicher. „Ja genau, es braucht Toleranz und hin und wieder auch gute Nerven - wie in einer guten Ehe", schmunzelt Hans-Ulrich Müller.

lid (Lis Eymann)

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