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Wie Bauer und Imker auf die Nuss kommen

Was verbinden 210 neu gepflanzte Hochstamm-Nussbäume mit Blütenhonig? Nichts – bis Landwirt Armin Lang und Imker Alois Leisibach am Baldeggersee – förmlich – auf die Nuss gekommen sind. Der Hochstamm Seetal AG zeigt dieses innovative Beispiel das wirtschaftliche Potenzial der Hochstammbäume.  


Publiziert: 06.08.2014 / 10:39

Es darf doch nicht sein, dass wir in der Schweiz 95 Prozent der Walnüsse aus dem Ausland importieren“, hat sich der Seetaler Landwirt Armin Lang gesagt und gehandelt: Auf seinem Betrieb in Retschwil LU setzte er in Zusammenarbeit mit der Hochstamm Seetal AG auf einer leicht zum Baldeggersee abfallenden Wiese 210 junge Nussbäume.

Es handelt sich um Hochstammbäume, die frühestens in acht Jahren Ernte einbringen werden. Lang weiss, dass er sich nicht für den schnellen Gewinn, sondern für eine langfristige Investition entschieden hat. „Wer auf Hochstammbäume setzt, erhält beste Qualität, muss aber halt ein paar Jahre warten.“

Erste Nussbaumplantage im Seetal

Simon Gisler, Geschäftsleiter der Hochstamm Seetal AG, freut sich, dass im Seetal eine so grosse Plantage von Nussbäumen realisiert werden konnte. „Die Nuss ist eine Frucht, die sich bestens für den Hochstamm eignet, weil die Bäume robust und pflegeleicht sind, zudem eine rationelle Ernte erlauben.

„Absatzprobleme wird Lang keine haben, die Nachfrage nach Schweizer Nüssen ist vorhanden.“ Das Beispiel zeige einmal mehr, dass Hochstammbäume in den verschiedensten Bereichen wirtschaftlich interessant sein können – zündende Idee, fachgerechte Pflege und Geduld vorausgesetzt.“  

Nebenan thronen Königinnen

Die 210 Nussbäume sind für sich eine Innovation. Doch das ist nicht alles. Die zweite Innovation liegt in einer speziellen Zusammenarbeit: Alois Leisibach, der pensionierte Landwirt auf dem Nachbargrundstück, ist leidenschaftlicher Imker. Den untersten Landstreifen Richtung Seeufer wurde nicht mit Nussbäumen bepflanzt. Leisibach erhielt auf diesem Streifen die Chance, einen 15 Meter breiten und 300 Meter langen Streifen Natur-Blumenwiese (nicht beitragsberechtigt) für eine Bienenweide anzusäen.

Diese ungewöhnliche Kombination nützt beiden. Die fünf Königinnen und ihre Völker haben nach dem Frühlingsblust zwischen Juni und August keinen Hunger mehr. Die Bienenweide ist für Lang eine wunderbar blühende ökologische Ausgleichsfläche und bietet den fleissigen Bienen von Leisibach und anderen Nützlingen Nahrung in nektararmen Zeiten. Mit spitzbübischer Freude sagt der erfahrene Landwirt Alois Leisibach: „Ist doch genial, wie man auf eine ökologisch sinnvolle Weise diese Fläche für Mensch, Biene und Natur nutzen kann.“                        

pd

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