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Wer Ferienpass-Angebote durchführt, muss Freude an Kindern haben

Die Bio-Landwirtin Susann Winkler bietet auf ihrem Demeter Milchviehbetrieb im Kanton Solothurn Ferienpass-Angebote an. Dabei sind auch Stallbesuche möglich.


von Regula von Arx
Publiziert: 19.08.2019 / 15:40

«Wir mussten lange in der Milch rühren, bis Dampf aufstieg. Dann gaben wir Zitronensaft hinzu und Käsestückchen und Molke trennten sich», erklärt ein Teilnehmer des Ferienpasses. Hier auf dem Berghof in Rohr entdecken die Kinder innert zwei Stunden den Weg von der Milch zum Frischkäse. «Was wird aus Milch alles hergestellt?» Alle Kinder strecken die Hände und nach einer kurzen Fragerunde geht es auf in den Stall. Der Besuch bei den Kühen gehört immer zum Programm. Mit Begeisterung machen sich alle Kinder daran, das bereitgelegte Gras in die Krippe und damit vor die hungrigen Mäuler des Original Braunviehs zu legen. Das Ziel von Susann Winkler ist es, den Teilnehmenden ihrer Angebote die Landwirtschaft näherzubringen. «Pferde sind eine gute Ergänzung zu den Kühen. Sie fressen jenes Futter, das die Wiederkäuer auf der Weide stehengelassen haben», erklärt sie weiter.

«Man muss einfach gerne mit Kindern und Eltern arbeiten.»

Susann Winkler ist Bio-Landwirtin und lässt Kinder die Landwirtschaft erleben.

 

Effizienz gefragt

Ihr Hauptangebot sind Kindergeburtstage zu unterschiedlichen Themen als Event auf dem Hof. Doch bietet die Landwirtin und Technikerin auch Tageskurse für jeweils zwölf bis 14 Kinder an. Bei den Tageskursen lernt ein Kind viel und erlebt den Alltag mit. Diese Kurse sind sehr beliebt. Die Ferienpässe sind nach zwei bis drei Stunden bereits wieder vorbei. «Die Zeit mit den Kindern ist meine Freizeit», lacht Winkler. Da ihr Ehemann ein Lohndruschunternehmen für Getreide, aber auch Sonnenblumen und Mais führt, ist sie auf dem Betrieb für die 21 Milchkühe zuständig. Auch für die eigene Nachzucht ist sie verantwortlich. Deshalb ist das grösste Ziel, dass es für einen Ferienpass möglichst wenig Vor- und Nachbereitung braucht. Winkler holt den Frischkäse aus dem Kühler, während die Kinder den am Vorabend gebackenen Kuchen geniessen. «Haben alle Gruppen nur so wenig Käse?», fragt ein verdutzter Schüler. Aus einem Liter Milch hat es knapp 200g Käse ergeben. Mit Salz und Schnittlauch verfeinert und auf einem Stückchen Brot degustiert sind die Teilnehmenden ausnahmslos begeistert und stolz auf ihr Endprodukt. Die Gwundrigsten dürfen noch Molke mit Süssmost gemischt probieren. Doch dann zieht es die Meute bereits wieder nach draussen zum Melken an der Melkkuh Annalena.

 

Tipps für Anbieter

Wer selber mit Ferienpass-Angeboten einsteigen möchte, sollte folgende Punkte beachten:

  • Frühzeitige Kontaktaufnahme zu den OKs der Ferienpässe.
  • Selber Initiative ergreifen, um das Angebot bekannt zu machen.
  • Anfragen, ob eine Begleitperson als Unterstützung gestellt werden kann.
  • Ideal ist, wenn die Kinder direkt aus dem Dorf auf den Hof kommen – so entsteht ein persönlicher Bezug.

Ferienpass als Werbung

Momentan ist Winkler verwöhnt. Zwei Ferienhilfen unterstützen sie bei den Kursen und auch beim Aufräumen – so hat sie Zeit, ihren Kaffee zu trinken und zu erzählen: «Normalerweise rechne ich für das Angebot der Käseherstellung eine Stunde Vor- und Nachbereitung plus zwei Stunden Kurs. Dies wird dann für einen Stundenlohn von 25 Franken gemeinsam mit den Materialkosten als Pauschale verrechnet. Zeit zum Trödeln bleibt da keine. Doch der Ertrag deckt den Aufwand und das ist bei 20 Kursen während den Sommerferien wichtig. Im Frühling und Herbst ist die Nachfrage auch da. «Man muss einfach gerne mit Kindern und Eltern arbeiten», betont Winkler. Der Ferienpass sei die ideale und direkteste Werbung für die Kindergeburtstage, ist sie überzeugt. Der grosse Vorteil an all ihren Angeboten sei, dass sie jederzeit auf dem Hof ist, wenn es mal irgendwo brennen würde. «Ich habe immer schon das gemacht, was andere nicht machen», erzählt Winkler. Früher habe sie gemeinsam mit ihrer Mutter einen Betrieb in Deutschland geführt. Nebenbei zeigte sie mit fünf Kolleginnen an diversen Anlässen, wie man mit Kuh und Häufelpflug zu Acker fährt. Sie haben gemerkt, dass die Leute einen Bezug zu Tieren und Nahrungsmitteln haben möchten. Diesem Bedürfnis widmet sich Winkler nun seit zehn Jahren auch hier in der Schweiz. In den kommenden Tagen werden noch etliche Kinder Ferienpassangebote wie Indianer, Pferde, Chaosspielen, Hufeisenbasteln, Märchenweg und Bauernhofspiele auf dem Berghof besuchen.

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