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Wenn der Geldgeber ein Freund ist

Sich einen neuen Stall über Kunden, Freunde und Verwandte von Kunden und völlig Fremde finanzieren? Diese Möglichkeit wird als Crowdfunding – deutsch: Schwarmfinanzierung – bezeichnet. An einer Agridea-Tagung zum Thema wurden landwirtschaftliche Projekte vorgestellt, die bereits Erfahrungen mit dem Crowdfunding haben.


von Katharina Scheuner
Publiziert: 05.05.2015 / 14:24

Vom Zivildienstler zum Betriebsleiter: Jürg Wirth war nach dem Zivildienst in den Betrieb Uschlaingias im Unterengadin eingestiegen und hatte schliesslich die Gelegenheit, ihn zu kaufen. Allerdings war die Finanzierung schwierig, da die Möglichkeiten eines Startkredits aufgrund seines Alters und eines Investitionskredits aufgrund der Höhe des Ertragswerts nicht vorhanden waren.

Wirth ging auf die Internet-Plattform «Wemakeit» zu, die bis dahin noch keine Kategorie Landwirtschaft hatte. Das Wemakeit-Team war aber von der Idee begeistert, und Wirth stellte seinen Betrieb in Film, Fotos und Text vor. Zielbetrag: Fr. 50 000.– in drei Monaten. Als «Gegenleistung» für die gespendeten Beiträge bot Wirth Käse vom Hof, Fonduemischungen, Kartoffeln, Käserkurse oder Kälberpatenschaften an.

Der Betrag kam innert der geforderten Zeit zusammen – er wurde sogar übertroffen. Vom Kaufpreis von Fr. 450 000.– konnten neben den Fr. 50 000.– von Wemakeit Fr. 200 000.– privat aufgebracht werden, Fr. 100 000.– steuerte die Bank bei und der Rest wurde als zinslose Darlehen von Freunden aufgenommen.

Crowdfunding auch ohne Internet möglich

Auch der 14-ha-Betrieb «Au Petit Boutavant»im Gebiet des Lac de Joux brauchte Geld: Der alte Schafstall war für die 58 Milchschafe mit 100 Lämmern und 3 Widdern zu klein geworden. Für die Finanzierung des neuen Schafstalls mussten Fr. 25 000.– an Eigenkapital bereitgestellt werden. Die Betriebsleiterfamilien entschlossen sich, das Geld mittels «Fundraising» aufzutreiben. Sie gestalteten Flyer und legten diese an den verschiedenen Märkten auf, auf denen «Au Petit Boutavent» ihre Schafmilchspezialitäten anbieten.

Dabei gingen sie sehr unaufdringlich vor, die Flyer wurden den Kunden und Kundinnen nicht mitgegeben. Auf dem Flyer war der Schafstall abgebildet und die Beiträge symbolisch verdeutlicht: Von Fr. 25.– für ein Kilo Nägel über Fr. 400.– für ein Fenster bis zu Fr. 2000.– für eine Schiebetür. Nach drei Jahren war der Betrag erreicht. Dazu beigetragen hatten 70% Marktkunden und -kundinnen sowie 30% kamen aus dem Freundeskreis.

Zum Einweihungsfest wurden alle Leute eingeladen, unabhängig von der gespendeten Summe. Die Leute konnten den Schafstall und ihre eingravierten Namen bestaunen. Produkte wurden an diesem Tag keine verkauft.

Katharina Scheuner

Mehr zum Thema lesen Sie in der "grünen" Nr. 8 vom 16. April 2015

 

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