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Wegen falscher Fütterung: In Kanada ist die Butter zu hart zum Streichen

Viele Kanadierinnen beschweren sich, dass die Butter plötzlich zu hart zum Streichen ist. Schon vor einigen Monaten soll sich die Konsistenz der Butter verändert haben. Über die Gründe wird spekuliert – die Erklärung liegt wohl im Futtertrog.


Die Kanadierin Julie van Rosendaal brauchte richtig Kraft, um ihr Butterbrot zu streichen. Die Butter auf ihrer Brotscheibe wurde auch nach ein paar Minuten bei Zimmer-Temperatur einfach nicht weich. Zumindest nicht so weich wie normalerweise. Van Rosendaal wunderte sich: Was ist los mit meiner Butter?

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter fragt die Kochbuchautorin ihre Community: «Habt ihr auch bemerkt, dass die Butter nicht mehr weich ist? Irgendwie wässerig, gummiartig?» 

Keine Prozessänderung bei der Butterproduktion

Hunderte Kanadierinnen meldeten sich bei Van Rosendaal. Sie bekundeten dieselben Schwierigkeiten beim Streichen der Butter. Van Rosendaal fragte bei diversen Bäckern und Konditoren nach. Ihre Reaktionen: «Klar, die ist härter. Jetzt wo Sie’s sagen…»

Die Internet-Gemeinschaft rätselte über die Gründe der harten Butter. Rasch nahmen die Twitter-User die Butter-Produzenten ins Visier. Haben Sie die Produktionsprozesse verändert. Oder noch schlimmer: Die Butter mit minderwertigen Fetten «verdünnt»? Der Verband der milchverarbeitenden Betriebe in Kanada weist den Verdacht von sich.

Schuld ist die Pandemie

Kochbuch-Autorin Julie van Rosendaal recherchiert für die kanadische Zeitung «The Globe and Mail» weiter. Laut der kanadischen Milchindustrie stieg die Butternachfrage in Kanada im letzten Jahr um zwölf Prozent. Grund dafür ist die Corona-Pandemie. Die Menschen blieben zu Hause, kochten, backten und brauchten Butter. Um die gesteigerte Nachfrage bedienen zu können, haben Landwirte und Futtermittelproduzenten am Futter der Milchkühe geschraubt, so van Rosendaals Erkenntnis.

Ihr Verdacht: Den Kühen wurde vermehrt Palmöl zugefüttert. Entsprechend veränderte sich die Zusammensetzung der Fettsäuren in der Milch. Palmöl weist einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren auf. Die gesättigten Fettsäuren machen die Butter weniger streichfähig.

«Es kann durchaus sein, dass die Butter deshalb härter wird», sagt Michael Kreuzer, Professor für Tierernährung an der ETH Zürich. Nur: Durch einen höheren Palmöl-Anteil im Futter, lässt sich der Fettgehalt in der Milch nicht steigern. Im Gegenteil: «Sobald man mehr Fette oder Öle füttert, wird die Faserverdauung gehemmt. Damit entsteht weniger Essigsäure im Pansen, dem Hauptbaustein des Milchfettes», sagt Kreuzer.

Import statt Palmöl-Trick

Kanadische Butterproduzenten haben die Landwirte letzten Monat aufgefordert, auf Palmöl zu verzichten. Der sogenannte «Buttergate» rückt die Milchproduktion nicht nur wegen der harten Butter in ein schlechtes Licht. Der Einsatz von Palmöl und Palmfett ist wegen der Abholzung grosser Regenwaldflächen, vorwiegend in Asien, sehr problematisch.

Auch in der Schweiz wurde wegen der Corona-Pandemie mehr Butter nachgefragt. Die Lücke stopften Landwirte nicht mit dem «Palmöl-Trick». Mehrere tausend Tonnen Butter wurden aus dem Ausland importiert. Das Beimischen von Palmöl ins Kraftfutter war aber bis vor wenigen Jahren auch in der Schweiz gang und gäbe.

Palmölfreies Schweizer Kraftfutter

2016 haben Schweizer Bauern rund 5000 Tonnen Palmöl verfuttert. Bis zu einer Recherche von SRF-«Rundschau» war das selbst dem Schweizer Bauernverband (SBV) nicht bekannt. Auf den Futtermittel-Säcken stand nichts von der umstrittenen Zutat.

«Palmöl gehört nicht in unser Futtermittel. Das muss aufhören», sagte Präsident Markus Ritter 2017 gegenüber SRF. Der SBV ging das Problem gemeinsam mit Futtermittelproduzenten an und machte Nägel mit Köpfen: Seit 2018 hat die Futtermittelindustrie Palmöl aus ihren Produkten verbannt.

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