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Warum die Bekämpfungsschwelle bei Unkräutern bald ausgedient haben sollte

Die Bekämpfungsschwelle berücksichtigt viele Faktoren nicht, die für die Schadwirkung von Unkraut entscheidend sind. Daher wird an alternativen Methoden gearbeitet, um den Herbizidverzicht zu unterstützen.


Der Ansatz der Bekämpfungsschwelle bei Unkraut in Kulturen ist einfach: Ab einer bestimmten Dichte von unerwünschten Pflanzen auf der Parzelle geht man davon aus, dass die Kosten für eine Herbizidanwendung unter den zu erwartenden Einbussen durch Ernteausfälle liegen. Damit lasse sich zwar die Schädlichkeit einzelner Unkrautarten abschätzen, die Methode ermögliche aber keine nachhaltige und optimale Bekämpfung der gesamten Unkrautflora, erläutern Forschende von Agroscope und des INRAE in einem Beitrag bei Agrarforschung Schweiz. 

Neue Indikatoren  in der Praxis schwierig

Um die Schädlichkeit von Unkräutern besser einschätzen zu können, seien in der Forschung bereits aussagekräftige Indikatoren bekannt:

  • Zeitraum des Auslaufens des Unkrauts im Vergleich zur Kultur
  • Bodenbedeckung durch unerwünschte Pflanzen
  • Deren Biomasse (insgesamt und pro Unkrautart)

Schwierig sei es aber, diese Indikatoren in der Praxis zuverlässig zu messen, geben die Forschenden zu bedenken. Aktuell werde eine Methode zur visuellen Schätzung des Unkrautvolumens entwickelt, bei deren Verfeinerung neue Verfahren zur Bildanalyse angewandt werden sollen. 

Entscheidungshilfe für die Praxis ist in Arbeit

Es gibt bereits ein Modell, mit dem die Wissenschaft den Effekt verschiedener Anbausysteme auf die Unkrautdynamik und den Ertrag über mehrere Jahre abschätzen kann: Florsys. Dieses Modell soll nun in ein einfach und schnell anzuwendendes Tool zur Entscheidungshilfe in der landwirtschaftlichen Praxis integriert werden. 

Probleme mit der Schwelle

Laut den Forschenden berücksichtigt die aktuelle Bekämpfungsschwelle für Unkraut verschiedene Punkte nicht und die Methode hat einige Schwachstellen:

  • Je nach Publikation unterscheiden sich die Werte für dasselbe Unkraut.
  • Ertragseinbussen können überschätzt werden, da die Konkurrenz unter Unkräutern ausser Acht bleibt.
  • Die Schwellenwerte wurden seit den 1990er-Jahren nicht mehr neu berechnet, obwohl sich die dafür wichtigen Produktionskosten und Verkaufspreise seither erheblich verändert haben. 
  • Die Unkrautverteilung auf einer Parzelle ist oft sehr ungleichmässig. Das erschwert die Entscheidung, ob es eine Bekämpfung braucht oder nicht. 
  • Auch Unkrautbestände unterhalb der Bekämpfungsschwelle können genug Samen produzieren, um in den Folgejahren zum Problem zu werden. 

Alleine angewendet könne die Bekämpfungsschwelle keine nachhaltige Unkrautbekämpfung sicherstellen, so die Schlussfolgerung. 

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