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«Vergütungssystem täuscht die Öffentlichkeit»

Seit fast zehn Jahren kämpft Hans Stalder für eine Deckung der Biberschäden durch die öffentliche Hand. Bisher ohne Erfolg.


Publiziert: 20.06.2016 / 11:52

Alles begann mit kleinen, erträglichen Schäden. Heute ist das Ausmass der Schäden, welche die Biber im Mösli bei Reuti im Kanton Thurgau verursachen, für Hans Stalder nicht mehr tragbar.

Aktuell finden sich die Biber nicht nur im Mösli, sie dringen auch von der Thur her in weitere Regionen vor und verursachen grosse Schäden, erklärt Hans Stalder. Es sei mühsam, wenn man in dieser Region Zuckerrüben oder Mais anpflanze. Selbst wo Bäume und Kulturen eingezäunt werden, verursachen die Biber Schäden. So besitzt Hans Stalder zum Beispiel 50 Kubikmeter schlagreifen Wald, wofür er als Entschädigung rund 30 Franken pro Kubikmeter erhielt. Er musste zwei Jahre warten, bis die Schadensumme eruiert werden konnte. Dies hinderte die Schädlinge nicht, das Bauholz zu Brennholz zu deklassieren.

Die viel gelobten Vergütungen seien ein Hohn. Der Selbstbehalt pro Kultur betrage stolze 200 Franken. Daraus folgt, dass ein geschädigter Bauer oft 500 Franken oder mehr zu tragen habe, und zwar ohne Vergütung. Dessen persönlicher Zeitaufwand und andere Anstrengungen können nirgends in Rechnung gestellt werden. «Durch dieses Vergütungssystem wird die Öffentlichkeit bewusst getäuscht. Und die Bauern werden zu vermeintlichen Profiteuren gemacht», sagt Hans Stalder. Dieser hat sich bis dato erfolglos um eine Entschädigung bezüglich der Biberschäden an der Infrastruktur bemüht.

Bemühungen ohne Erfolg

«Seit vielen Jahren versuche ich schon, etwas gegen die Zerstörung durch den Biber zu tun. Aber alle Amtsstellen wiegeln ab. Sie sagen, ich müsse die Situation akzeptieren, denn der Biber sei geschützt», so Hans Stalder. Das grosse Problem mit den Bibern ist nebst der Verschandelung der Weiher die Haftung. Rund um die Weiher gruben die Nager Löcher. Selbst Hans Stalder fiel schon in eines hinein und riss sich dabei das Kreuzband: «Wenn jemand hineinfällt oder ein angefressener Baum umkippt und jemanden trifft, dann hafte ich. Gleichzeitig darf ich nichts gegen den Biber unternehmen.»Die Biber zerstören zudem die Brutplätze diverser Wasser- und Sumpfvögel. Hans Stalder rechnet bei den Weihern mit Instandstellungskosten von über 100'000 Franken: «Das kann ich nicht alleine finanzieren.»

Wenn es mit dem Biber eine Zukunft geben soll, müsse die Öffentlichkeit alle Biberschäden, auch an Entwässerungsleitungen, bezahlen. Wie viele andere Bauern und Landbesitzer fordert auch Hans Stalder, dass die Biber vermehrt kastriert werden. Er mahnt, dass der heutige Zustand dazu führe, dass die Landbesitzer zu illegalen Mitteln greifen. Im Ausland würden bereits heute Biber eliminiert.

Mario Tosato

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