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Veganer und Milchbauer über die Milch

Beim Thema Milch scheiden sich die Geister, besonders wenn Milchbauer und Veganer aufeinander treffen. Genau dieses Treffen arrangierte Radio SRF 3.


Publiziert: 16.05.2019 / 12:53

Célina Raval von Radio SRF 3 will der emotionalen Diskussion rund um die Milch auf den Grund gehen. Dazu spricht sie im Podcast mit Christof Baumgartner aus Märwil TG und Renato Pichler, dem Präsidenten der Vereinigung Schweizer Vegetarier und Veganer Swissveg. Baumgartner ist Milchbauer, Pichler überzeugter Veganer.

Vom Tier ins Supermarktregal

Im sachlich geführten Gespräch verfolgt die Radio-Moderatorin den Weg der Milch von der Kuh bis in den Laden. Pichler kritisiert die Haltung der Kühe als "Produktionseinheiten", deren Zweck die Milchproduktion sei. Das System mit Besamung und späterem Entfernen der Kälber vom Muttertier bezeichnet er als unnatürlich. Der Milchbauer erklärt, nicht jede Kuh leide gleichermassen unter der Trennung. Maximal fünf bis zehn Tage würden die Tiere ihre Kälber suchen, er setze zudem auf Sichtkontakt für eine bessere Ablösung. Später seien Kuh und Kalb jeweils zufrieden.

Importiertes Kraftfutter und Antibiotika

Es werden weitere Reizthemen angesprochen: Fütterung und Gesundheit. Das Argument Baumgartners, dass 92 Prozent des Kuhfutters aus der Schweiz stamme, scheint den Veganer nicht zu überzeugen. Kraftfutter sei unnatürlich. Baumgartner gibt zu bedenken, Kraftfutter zu verfüttern sei ein wirtschaftlicher Entscheid, da die Kühe damit mehr Milch geben würden.

Pichler spricht Antibiotikaresistenzen an. Sie seien ein Problem, auch wenn verunreinigte Milch nicht verkauft werde, denn beispielsweise als Dünger komme sie in die Natur. Die Schweiz sei beim Antibiotikaverbrauch im Ländervergleich an der Spitze. Der Milchbauer kontert, man habe in den letzten zehn Jahren besagten Verbrauch halbieren können. Das System stimme also in puncto Anreize, sonst hätte man das nicht schaffen können. Das Bewusstsein sei vorhanden.

An dieser Stelle zitiert die Radio-Moderatorin das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen und verweist auf die unklare Datenlage in Sachen Antibiotikaeinsatz.

Wie natürlich ist die Milch im Laden?

Der Veganer Pichler erklärt, gekaufte Milch sei nach Homogenisierung, Standardisierung und Pasteurisierung ein wenig natürliches Lebensmittel und der Geschmack auch ganz anders als bei Rohmilch. Er befürwortet pflanzliche Alternativen, obwohl auch diese je nach produzierter Menge ein Problem werden könnten (Stichwort Mandeldrink).

Baumgartner entgegnet, in den Wiesen würde CO2 gespeichert und dank Milchvieh könne man Flächen nutzen, die für den Ackerbau nicht geeignet wären. So würden andere Flächen geschont. Der Milchbauer bestreitet nicht, dass Methan ein Problem sei, das angegangen werden müsse.

Verschiedene Trends

Angesprochen auf die Zukunft der Milch zeigt sich Baumgartner zuversichtlich, dass sie auch in Zukunft konsumiert werde, wenn auch eher in Form von Käse. Pichler hingegen glaubt, der wachsende Markt mit pflanzlichen Alternativen werde weiter zunehmen. 

Zum Schluss macht Bauer Baumgartner klar, dass in der Milchbranche sicher nicht alles rosig sei. Er wünsche sich ein offensives Problemlöseverhalten, man solle nicht auf Druck von aussen warten. 

Den Podcast zum oben geschilderten Gespräch finden Sie hier

Diesen Sonntag (19. Mai) wird am Abend um 20 Uhr die Diskussion live auf SRF 3 noch vertieft.

 

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Kommentare (2)
Marcel am 17.05 2019 um 07:47
Ich verstehe bei Vegi und Vegan nicht, warum muss es dann trotzdem VegiWurst, VegiBurger, VeganeMilch, VeganerKäse sein? Fleisch und Milch will man nicht mehr, aber trotzdem einen ebenbürtigen Ersatz????
Karin am 19.05 2019 um 06:49

Damit auch nicht Veganer wissen, was für ein Produkt dadurch ersetzt wird und es vielleicht auch Mal ausprobieren? Der Veganismus steckt noch in den Kinderschuhen und keiner macht sich Gedanken darüber, Namen für Produkte zu erfinden, sondern womit man ein Produkt ersetzen kann, damit es genauso gut schmeckt

Sven am 16.05 2019 um 16:20
Unabhängig vom Tierwohl, der Umwelt und der eigenen Gesundheit muss man feststellen, dass der Mensch das einzige Säugetier ist, welches nach den Abstillen noch Muttermilch trinkt. Zudem ist der Mensch das einzige Säugetier, welches die Muttermilch einer anderen Art trinkt. Warum und wofür sollte gerade der Mensch Kuhmilch benötigen? Komisch, dass oft der Veganismus und damit der Verzicht auf Kuhmilch als unnatürlich dargestellt wird.
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