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Unterversorgter Topjob

Die Gemüsebranche braucht mehr Lernende wie Simon Hämmerli. Pro Jahr fehlen bis zu 60 Abgänger.


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Für Simon Hämmerli war es naheliegend, Gemüsegärtner zu lernen. Schliesslich ist er auf einem 40-Hektaren-Gemüsebaubetrieb in Brüttelen BE aufgewachsen, den er später einmal übernehmen möchte. Derzeit ist der 18-Jährige im dritten und letzten Lehrjahr bei der Bösiger Gemüsekulturen AG in Niederbipp BE. Für den jungen Mann ist Gemüsegärtner eine Ausbildung mit Zukunft: «Wir produzieren Lebensmittel und gegessen wird immer.» 


Branche fehlen Fachkräfte


Der Beruf sei zwar streng, aber sicher erhalte man nach der Lehre einen rechten Lohn, ergänzt sein Lehrmeister Beat Bösiger. Tatsächlich sind Gemüsegärtner(innen) EFZ gefragte Berufsleute. Aktuell schliessen rund 30 Personen pro Jahr die Lehre ab. Der Branchenbedarf läge jedoch laut dem Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) bei 80 bis 90 Personen. Beat Bösiger und Simon Hämmerli führen das darauf zurück, dass der Beruf ausserhalb der Branche weitgehend unbekannt sei. 


Beim VSGP hat man das Problem längst erkannt. «Der Verband macht viel dagegen», lobt Beat Bösiger. So finden vom 30. Mai bis 4. Juni schweizweit auf 95 Gemüsebau-Betrieben Schnuppertage für Jugendliche statt. Sie sollen vor Ort sehen, was es heisst, täglich Gemüse zu produzieren, zu pflegen und auch selbst zu vermarkten. Interessierte Schulen, Lehrer mit ihren Klassen oder Einzelpersonen können sich direkt bei einem Betrieb in ihrer Nähe anmelden (siehe Kasten).

Auch Beat Bösiger macht bei der Aktion mit. Ab dieser Woche hängen ausserdem schweizweit Plakate, die auf den Beruf aufmerksam machen. Auf einem Sujet ist Simon Hämmerli zu sehen.


Ein vielseitiger Beruf

Ihm gefällt an seinem Beruf die Vielseitigkeit, der Umgang mit Maschinen und dass man viel draussen ist. Seine Lieblingsarbeit ist das Bewässern. Seine Lieblingskulturen Tomaten und die diversen Salate. «Bei letzteren sieht man schnell, was man falsch gemacht hat», sagt er schmunzelnd.


Sein Lehrmeister bildet bereits seit Mitte der Neunzigerjahre mit Überzeugung Lehrlinge aus. Drei davon stammten sogar aus Deutschland. «Es macht Spass, mit jungen Menschen zu arbeiten», sagt Beat Bösiger. Den Lernenden Traktoren im Wert von weit über 100 000 Franken anzuvertrauen, oder sie Pflanzenschutzarbeiten erledigen zu lassen, sei aber eine «riesige Vertrauenssache». 
Derzeit bildet der Grossbetrieb fünf Lernende aus. «Langweilig wird es ihnen selten», sagt Beat Bösiger.

Die Lernenden erleben auf dem Betrieb den Gemüse- 
bau vom Setzling bis zum fertig verpackten Produkt. Auf 
95 000m2 Gewächshausfläche 
werden Tomaten und Gurken produziert. Die Gemüsefläche im Freiland beträgt circa 140 ha. Je nach Saison arbeiten 80 bis 160 Personen auf dem Betrieb. Für Bösiger ist klar, auch die Gemüsebaubetriebe müssten ihren Anteil gegen den Nachwuchsmangel leisten: «Es braucht auch mehr Lehrmeister.»

Jeanne Woodtli

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