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Türkei: Milch-Grossunternehmer trotzt der Hitze

Die Türkei ist wegen dem warmen Klima kein typisches Milchland. Trotzdem investiert der Staat in den Sektor. Und Milchproduzenten wie Mehmet Dogan haben über 1000 Kühe im Stall.


Publiziert: 22.04.2016 / 17:25

Fährt man in der Türkei übers Land, hat man bald das Bild eines für das südliche Land "typischen" Bauern im Kopf. Er hat eine Handvoll Kühe hinter dem Haus, manchmal grasen sie an einen Pflock angebunden, und er fährt mit grosser Wahrscheinlichkeit einen Massey Ferguson 240 aus den Achtzigerjahren.

3000 Kühe und Rinder auf 200 Hektaren

Mehmet Dogan ist anders. 1000 Holstein-Kühe stehen im Stall seiner Milchfarm mit dem Namen Titar. Daneben gibt es zudem 2'000 trockengestellte Kühe, Aufzuchtrinder und Mastmunis. Damit ist die 200 Hektaren grosse Milchfarm mit 50 Angestellten eine der grössten der Region. Dogan melkt seine Kühe dreimal pro Tag. 48 davon passen gleichzeitig in den Fischgrätmelkstand. Die durchschnittliche Milchleistung beträgt 30 Liter pro Tag mit 3,4% Eiweiss und 4,2% Butterfett.

Gefüttert werden die Tiere mit einer Ration aus Maissilage, Luzerne, Soja, Gerste und Ölnebenprodukten (Sonnenblumen). 30 Tonnen Futter pro Tag sind nötig. Selbst angebaut wird auf der Farm allerdings nur die Luzerne. Hohe Produktionskosten Pro Liter bekommt Mehmet Dogan aktuell einen Milchpreis von 1,20 Türkische Lira (40 Rappen). Seine Produktionskosten liegen bei rund 0,95 Türkische Lira (33 Rappen). Somit kommt er auf einen Gewinn von 0,25 Türkische Lira (7 Rappen). "Unsere grösste Herausforderung sind unsere hohen Kosten", sagt Dogan denn auch. Zukünftig möchte er mehr Futter auf der eigenen Farm produzieren.

Die Türkei kennt Subventionen. Pro Jahr zahlt die Regierung mehr als 7 Milliarden Türkische Lira (2,4 Mia. CHF) an ihre Bauern. Die Milchbauern beispielsweise bekommen 0,09 Türkische Lira (0,03 Rappen) pro Liter. Pro Kuh und Jahr gibt es ferner 50 Türkische Lira (17,2 CHF), wenn der Betrieb EU-Standards erfüllt, wie Mehmet Dogans Farm. Weitere 200 Türkische Lira (68,8 CHF) pro Tier und Jahr kann ein Bauer als Unterstützung abholen, wenn er Massnahmen zur Herdengesundheit (Impfungen etc.) ergreift. 

Kein traditionelles Milchland

Die Türkei hat grosse Pläne mit der Landwirtschaft und dazu einen Strategieplan bis ins Jahr 2023 verabschiedet. Die Subventionen werden aktuell angepasst, um die Landwirtschaft zu stärken. 2010 hat die Türkische Landwirtschaftliche Bank Ziraat Bankası (Ziraat heisst Landwirtschaft) Milchproduzenten und Rinderzüchtern langfristige Darlehen zu 0 Prozent Zins angeboten.

Dadurch entstanden verschiedene grosse Milchfarmen wie Titar sowie Milchverarbeiter. Dabei ist die Türkei wegen der Hitze gar kein typisches Milchland. Die Türkinnen und Türken konsumieren sehr wenig Frischmilch. Sehr beliebt ist allerdings Ayran, ein gesalzenes Milchgetränk. Ausserdem werden grosse Mengen an Jogurt und Weichkäse, ähnlich dem griechischen Feta, gegessen. Ein grosser Teil der Milch wird als UHT-Milch nach Europa, in die USA und den Mittleren Osten exportiert.

Mehmet Dogan sieht aber die Zukunft seines Betriebs nicht nur im Milchbusiness und der Biogasproduktion. Ihm schwebt die Produktion von Bioeiern mit 5'000 Hennen vor. Ausserdem möchte er Ziegen und Schafe züchten und ein eigenes Schlachthaus für Rinder (auch importierte) bauen. Und auch im Agrotourismus sieht er Potenzial. Die Ideen gehen dem Milch-Grossunternehmer nicht aus.

Jeanne Woodtli/LID

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