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«Trinkwasser-Initiative ist ein trojanisches Pferd»

Die Initianten der Trinkwasser-Initiative lancierten heute ihre Abstimmungskampagne. Das «nationale Komitee gegen die extremen Agrarinitiativen» reagiert sogleich.


Heute Vormittag haben Franziska Herren und ihre Mitstreitenden die Abstimmungskampagne zur Trinkwasser-Initiative (TWI) lanciert. Das Volksbegehren kommt gleichzeitig mit der Pestizidverbots-Initiative am 13. Juni vors Volk.

«Doppelt falsch»

Das nationale Komitee gegen die extremen Agrarinitiativen reagiert mit einer Medienmitteilung: Für sie ist die TWI ein «trojanisches Pferd». Die Initianten der würden mit dem «irreführenden Slogan «Wir subventionieren unsere eigene Wasserverschmutzung» werben.

Das sei «doppelt falsch». Erstens habe die TWI mit Wasser nichts zu tun. Vielmehr wolle sie das Direktzahlungssystem umwälzen, indem sie zwei neue Anforderungen stellt: Nur Betriebe, welche keinerlei Pflanzenschutzmittel und ausschliesslich betriebseigenes Futter einsetzen, sollen weiterhin Direktzahlungen erhalten. Zweitens unterstütze der Staat die Betriebe heute schon auf Grundlage ihrer Ökoleistung, heisst es weiter. Wer die Umwelt verschmutzt, werde gebüsst und verliee  seinen Anspruch auf Staatsgeld.

«Höhere Direktzahlungen für Bio»

Das nationale Komitee gegen die beiden Pflanzenschutz-Initiative hält weiter fest:

  • Die Direktzahlungen seien praktisch vollständig an die Fläche und an definierte Leistungen gebunden.
  • Der Beitrag steige, je umweltschonender ein Betrieb produziere. Biobetriebe erhielten folglich die höchsten Beträge.
  • Zusätzlich werde berücksichtigt, ob es sich um Steillagen handelt, die besonders aufwändig zu bewirtschaften sind. Sprich, Bergbetriebe bekämen auch mehr als solche im Flachland.
  • Bei den Tieren gebe es nur für besonders tierfreundliche Haltungsformen staatliches Geld.
  • Direktzahlungen erhalte zudem nur, wer als Grundanforderung den ökologischen Leistungsnachweis einhält. Dieser fordere beispielsweise, dass jeder Betrieb 7 Prozent seiner Fläche für die Förderung der Biodiversität aufweisen und eine ausgeglichene Düngerbilanz aufweisen muss.

Immer mehr Bio-Mittel

«Die Bauernfamilien treffen viele vorbeugende Massnahmen, um ihre Kulturen vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen. Doch das reicht je nach Wetter nicht immer», schreibt das Komitee.

Nicht immer gehe es ohne Pflanzenschutzmittel. Da immer mehr konventionelle Betriebe auf natürliche und im Biolandbau erlaubte Mittel setzen, hätten diese allerdings bereits einen Anteil von 50 Prozent aller verkauften Pflanzenschutzmittel.

Verzicht auf Direktzahlungen...

Wer heikle Kulturen anbaut, hätte mit der Trinkwasserinitiative deshalb zwei Optionen, schreibt das Komitee: Entweder, er verzichtet auf Direktzahlungen oder er gibt die entsprechende Produktion auf. Ersteren Weg würden vor allem die spezialisierten Betriebe mit Gemüse, Obst oder Wein wählen, wagt es den Blick in den Zukunft. Dann müssten sie auch den ÖLN nicht mehr einhalten und hätten keine Einschränkungen bei den PSM. Zudem seien sie weniger stark auf Direktzahlungen angewiesen.

... oder Produktion aufgeben?

Im Ackerbau hingegen sei eine Spezialisierung wegen der Fruchtfolge nicht möglich. «Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben und andere anfällige Kulturen würden deshalb stark zurückgehen. Den Rückgang müssten wir dann mit Mehrimporten ausgleichen», schreibt das Komitee. Produktion aufgeben und mehr Importieren sei die zweite Option.

Geflügel- und Schweinebetriebe betroffen

Dieselben zwei Varianten hätten auch Betriebe mit Geflügel oder Schweinen, von denen die wenigsten mit dem betriebseigenen Futter zurechtkommen, weil ihnen die nötige Ackerfläche fehle. Auch hier müsste der Rückgang mit zusätzlichen Importen ausgeglichen werden, um den Bedarf zu decken.

Studie regt TWI-Initianten auf

Das gegnerische Komitee verweist auch auf drei Studien von Agroscope. Diese kämen zum Schluss, das sich bei einer Annahme der TWI die ernährungstechnische Umweltbilanz der Schweizer Ernährung verschlechtere. Bei den Initianten der TWI und verschiedenen Verbänden kam die eine Studie zu den potenziellen Umweltfolgen gar nicht gut an (wir berichteten).

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