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Swissgenetics eröffnet Labor für Spermientrennung

Swissgenetics, der grösste Schweizer Anbieter von Rindersperma, hat heute in Mülligen AG ein Labor eingeweiht, das die Trennung von „weiblichen“ und „männlichen“ Spermien ermöglicht.


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Bislang entschied der Zufall das Geschlecht eines Kalbes. Mehr und mehr tun dies aber die Bauern selbst. Möglich macht dies eine US-Firma, die eine Technologie entwickelt hat, mit welcher X- und Y-Chromosomen getrennt werden können. Seit sieben Jahren bietet Swissgenetics, der grösste Schweizer Anbieter von Rindersamen, sogenanntes „gesextes Sperma“ an. Dieses wird immer beliebter, die Nachfrage nimmt jedes Jahr im zweistelligen Prozentbereich zu. Rund 50‘000 solche Samendosen hat Swissgenetics im Geschäftsjahr 2013/14 verkauft. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Kalb das gewünschte Geschlecht hat, liegt bei 90 Prozent.

Stiere müssen nicht mehr transportiert werden

Bislang hat Swissgenetics das „gesexte“ Sperma entweder importiert oder dann die eigenen Stiere ins Ausland geschickt (Frankreich, England, Holland), wo spezialisierte Labors den Samen auf „weibliche“ und „männliche“ Spermien getrennt haben. Ab nächstem Jahr ist der aufwendige und teure Transport der Stiere nicht mehr nötig. Swissgenetics hat für knapp 2 Mio. Franken in Mülligen AG ein eigenes Labor gebaut, das heute eröffnet wurde. Betrieben wird dieses von der US-Firma „Sexing Technologies“. Diese hat die Methode des Sperma-Sexings im Jahr 2003 patentieren lassen. Ein Jahr später wurde das erste Labor in Texas eröffnet, heute betreibt „Sexing Technologies“ weltweit über 20 Labors.

Ein Meilenstein für Swissgenetics

Ulrich Witschi, Vize-Direktor von Swissgenetics, sprach an der Eröffnung von einem Meilenstein. Denn seit der Einführung der künstlichen Besamung in den 1960er Jahren habe sich wenig bewegt. Er geht davon aus, dass Bauern zukünftig vermehrt „gesextes“ Sperma einsetzen werden. Vor allem bei Landwirten mit Milchrassetieren ist es beliebt. Denn für männliche Kälber erhalten sie nur wenig Geld, weil diese wenig Fleisch ansetzen.

Mit dem gesexten Sperma hingegen kann ein Bauer gezielt weibliche Kälber für die Zucht zeugen lassen. Kühe, die nicht für die Zucht gebraucht werden, werden mit Fleischrassestieren besamt. Das ergibt Kälber, die mehr Fleisch ansetzen und damit mehr Erlös bringen.

Dominique Savary neuer Präsident

Im Anschluss an die Laboreröffnung fand die Delegiertenversammlung von Swissgenetics statt. Diese stand im Zeichen personeller Veränderungen. Edwin Steiner, seit 16 Jahren im Vorstand und seit 12 Jahren Präsident von Swissgenetics, trat zurück. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt. Zum neuen Präsidenten haben die Delegierten Dominique Savary aus Sâles FR gewählt, der bis anhin Vizepräsident war.

Neu in den Vorstand gewählt wurden zudem Olivier Chambaz (Swissherdbook), Simon Brügger (Holsteinzuchtverband) und Andreas Walser (Braunvieh Schweiz). Sie ersetzen die zurückgetretenen Carl Brandenburger, Albert Bachmann und Dominique Savary (Wahl zum Präsidenten).

Im Geschäftsjahr 2013/14 erwirtschaftete Swissgenetics einen Gewinn von 47‘000 Franken. Der Umsatz liegt mit 57,4 Mio. Franken drei Prozent über dem Vorjahr. Zum Wachstum haben vor allem das Geschäft mit Hoflieferprodukten (+22%) und der rekordhohe Samenexport (+34%) beigetragen. In der Schweiz nahmen der Verkauf von Samendosen (-0,7%) und die Anzahl künstlicher Besamungen (-1,4%) leicht ab. Dies, weil der Rindviehbestand rückläufig ist und Bauern vermehrt selbst künstlich besamen. Der Anteil Fleischrassebesamungen lag mit knapp 40 Prozent auf Vorjahresniveau.

Eine Herausforderung für Swissgenetics ist der Strukturwandel. Weil die Anzahl Bauern abnimmt, müssen die Besamer von Swissgenetics immer mehr Kilometer zurücklegen, das Planen der Routen wird immer anspruchsvoller, zumal das Zeitfenster für die künstliche Besamung kurz ist.

lid

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