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Swiss Future Farm: «Übersaatversuche brauchen viel Zeit»

Eine mäusegeplagte Naturwiese mit zwei unterschiedlichen Beständen erweist sich als idealer Standort, um gängige Übersaatverfahren miteinander zu verglichen.


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Eigentlich wäre auf Anfang Mai ein Flurgang geplant gewesen, an welchem die Swiss Future Farm (SFF) in Tänikon TG gern eine Reihe ihrer aktuellen Feldversuche gezeigt hätte. An eine Flurbegehung ist derzeit wegen Corona nicht zu denken, doch an der SFF ist natürlich dennoch ein neues Vegetationsjahr angelaufen und mit ihm auch die geplanten Forschungstätigkeiten, darunter ein neuer Übersaatversuch.

Gleiche Wiese, zwei verschiedene Bestände

Die Idee dazu kam Raphael Bernet, seit vergangenem Herbst Leiter Acker- und Futterbau an der SFF, als er die Naturwiese an leichter Hanglage etwas oberhalb des Betriebs erstmals sah. Diese leidet unter erheblichem Mäusedruck, etwa 30 bis 40 Prozent der Fläche weisen kahle Stellen auf. «Interessant ist, dass am selben Hang, getrennt durch einen Feldweg, zwei unterschiedliche Bestände in unmittelbarer Nähe bestehen. Das ist ideal für einen Versuch, so lassen sich verschiedene Verfahren gut miteinander vergleichen», erklärt Bernet gegenüber der BauernZeitung an einer Besichtigung.

In der unteren Hälfte hat die Gemeine Rispe überhandgenommen, Klee ist kaum noch vorhanden, der Ertrag mittelmässig. Auf der anderen Seite des Feldwegs hingegen fällt der hohe Anteil an Ausläufer-Straussgras auf, welches die Wiese bereits im ersten Aufwuchs als einen dichten Teppich aussehen lässt und ertragsstarke Gräser stark zurückgedrängt hat. Es verdeckt auch die zahlreichen Mäusehaufen, die kahlen Stellen sind daher weniger auffällig, aber dennoch vorhanden.

Der Feldversuch soll darüber Auskunft geben, welche Übersaatverfahren sich unter den gegebenen Bedingungen am besten eignen. Daran beteiligt ist auch das Acker- und Futterbau-Team vom BBZ Arenenberg. «Wir wollen möglichst praxisbezogen vorgehen und verwenden dabei herkömmliche Verfahren, die hier in der Region üblich sind», betont Raphael Bernet. So etwa das Vredo-Nachsaatgerät sowie verschiedene Verfahren mit dem Striegel. Es werden insgesamt neun Verfahren angewendet, aufgeteilt in Streifen von 50 m Länge und 5 bis 8 m Breite, je auf der unteren wie auf der oberen Wiesenhälfte.

Anfangspech: Nach der Saat kam die Trockenheit

Am 19. März wurde auf der unteren Wiesenhälfte eine Übersaat mit den verschiedenen Verfahren gemacht. Ein Monat später wurde auf der einen Hälfte davon ein Schnitt vorgenommen, damit wieder Licht bis auf den Boden gelangt. Auf den Vegetationsbeginn folgte eine fast fünfwöchige Trockenperiode, was bedeutet, dass die Saat erst wenig auflaufen konnte. «Trotz anfänglichem Wetterpech werden viele Gräser doch noch zum Keimen kommen», meint Daniel Nyfeler, Futterbauberater am BBZ Arenenberg. In den kommenden Tagen, bei gutem Wetter, erfolgt der eigentliche erste Schnitt. Dieser soll siliert werden, wie es auf dem SFF-Betrieb für einen Teil der Grasernte üblich ist. Anschliessend wird die Wiese mit Gülle gedüngt.

Für die Übersaat wurde die Mischung «Ufa U Swiss MS» gewählt. Diese enthält neben Wiesenrispe, Weissklee, Knaulgras sowie in geringerer Menge Englisch Raigras und Wiesenfuchsschwanz. Die Mischung eignet sich speziell für schattige Standorte mit schwerem Boden, wie es auf diesem Nordhang auf etwa 550 m ü. M. der Fall ist. Während es hier für das Raigras zu kalt und rau ist, kann sich der robuste Wiesenfuchsschwanz umso mehr behaupten. Dieser verträgt Nässe wie auch Kälte und hält zudem Trockenperioden stand. Dies hat sich in der Umgebung bereits bewährt: «Als wir für die Versuchsplanung die Umgebung inspiziert haben, fanden wir in den nahe gelegenen Wiesen einen hohen Anteil an Fuchsschwanz», erzählt Bruno Nabulon, ebenfalls Arenenberg-Futterbauberater.

Erste Resultate in ein, zwei Jahren erwartet

Der Übersaatversuch am SFF läuft über die nächsten fünf Jahre, länger als bei vielen ähnlichen Versuchen. Das ergibt Sinn: «Bei Übersaaten braucht es eine Weile, bis sich die gewünschten Resultate einstellen. Erste sichtbare Ergebnisse sind erst nach ein, zwei Jahren zu erwarten», so Bruno Nabulon.

Erst mit der Zeit werde deutlich, welche Gräser sich durchsetzen können. Ziel ist es laut den Futterbaufachleuten, herauszufinden, mit welchen Verfahren der Bestand aufgewertet werden kann und welche Gräser dazu beitragen. Zu späteren Zeitpunkten soll dazu beispielsweise das Verhältnis von erwünschten gegenüber unerwünschten Gräsern bestimmt werden. Ein weiteres Augenmerk gilt dem Vergleich zwischen Drillsaat und flacher Saat, zudem sollen Frühling und Herbst als Übersaatzeitpunkte gegeneinander abgewogen werden.

Während nun die eine Versuchshälfte bereits angelaufen ist, wird mit dem zweiten Teil noch zugewartet: Bei der vom Ausläufer-Straussgras geplagten oberen Wiese, bei welcher eine Übersaat unter anderem genügend Licht benötigt, beginnt der Versuch im Spätsommer.

 

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