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Studie: Neonicotionid schädigt Ameisen – alarmierend und zuerst unerkannt

Besonders gefährlich sind Pflanzenschutzmittel, deren negative Wirkung erst verspätet sichtbar wird. Das mittlerweile im Freiland verbotene Thiamethoxam gefährdet das Überleben von Ameisenkolonien – aber erst im zweiten Jahr.


Neonicotinoide gelten als bienengefährlich. Es handelt sich um Nervengifte, die das Nervensystem von Insekten massiv stärker beeinträchtigen als jenes von Wirbeltieren und daher als Insektizide eingesetzt werden. Da aber das Nervensystem bei allen Insekten ähnlich aufgebaut ist, sind Nebenwirkungen auf Nichtzielarten schwer auszuschliessen. Studien zeigen immer wieder, dass Bienen oder Käfer nicht nur unmittelbar durch Neonicotinoide gegen Schädlinge getötet werden, sondern dass diese Gifte auch langfristigen, im ersten Moment weniger auffälligen Schaden anrichten können (siehe Kasten). 

Weniger Arbeiterinnen im zweiten Jahr

Forschende der Universität Bern haben untersucht, wie sich Ameisenkolonien entwickeln, wenn sie chronisch dem Neonicotinoid Thiamethoxam ausgesetzt werden. Zu Beginn der Überwinterung seien noch keine Unterschiede zur Kontrollgruppe sichtbar gewesen, heisst es in einer Medienmitteilung. Im darauffolgenden Jahr zählte die Pflanzenschutzmittel-Kolonie deutlich weniger Arbeiterinnen, was gemäss den Forschenden das Überleben der Ameisen-Population gefährdet.

Warum auch Ameisen wichtig sind

Meist richtet man sich bei der Erforschung möglicher negativer Effekte von Pflanzenschutzmitteln nach Bestäubern wie Bienen. Aber bodenbelebende Wirbellose seien «möglicherweise die besten Indikatoren für die Bodenqualität» und damit das Funktionieren des unteridischen Ökosystems, schreiben die Studienautoren in ihrem Bericht. Ameisen und Co. sind wichtig für Abbauprozesse, Nährstoffkreisläufe und die Lockerung der Erde, was wiederum die Grundlage für die landwirtschaftliche Produktion ist. 

Resultate sind «alarmierend»

Die Forschenden bezeichnen die Ergebnisse ihrer Studie als «alarmierend». Dass Ameisenkolonien langfristig geschädigt werden, sei eine Gefahr für das Funktionieren ganzer Ökosysteme, heisst es im Bericht. 

Um «irreparable Schäden» an Ökosystemen zu verhindern, müsse man entweder Langzeit-Effekte bei der Risikoabschätzung von Pflanzenschutzmitteln berücksichtigen, oder aber alternativen Pflanzenschutz einsetzen und in politischen Entscheidungen das Vorsorgeprinzip anwenden. 

Thiamethoxam nicht mehr fürs Freiland zugelassen

Zwar sind laut dem Bundesamt für Landwirtschaft BLW noch fünf Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Thiamethoxam in der Schweiz zugelassen, seit Ende 2018 aber nicht mehr im Freiland. Eingesetzt werden darf dieses Neonicotinoid demnach nur noch als Beizmittel für Saatgut und in Gewächshäusern. 

Das Problem sublethaler Effekte

Das Ziel beim Einsatz von Insektiziden ist klar: Ein Schädling soll bekämpft werden, bevor er Schaden an der Kultur anrichtet. Wenn es nach dem Ausbringen eines Pflanzenschutzmittels auch in der Umgebung aufhört zu Summen und zu Zirpen, sind die ungewollten Nebenwirkungen offensichtlich.

Anders sieht es aus bei sublethalen Effekten. Diese sind schwerer feststellbar, da dabei Insekten nicht sofort getötet, aber ihr Bestand geschwächt wird. Beispiele für sublethale Effekte von Neonicotinoden auf Bienen sind etwa Beeinträchtigungen der Nahrungssuche, Lernverhalten, Orientierung, Erinnerungsvermögen, Immunsystem, Fruchtbarkeit, Kolonienwachstum, Erfolg bei der Aufzucht von Nachwuchs.   

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