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Studie: Blühstreifen, Gründüngungen, Fruchtfolge – die Schweiz macht es richtig

Diversifizierung, wie sie in der kleinräumigen Schweizer Landwirtschaft praktiziert wird, steigert den Ertrag und schützt die Umwelt. Das beweist eine grosse Studie mit internationalen Daten.


In der Schweiz sind vielfältige Fruchtfolgen und Massnahmen zur Förderung der Biodiversität wie Hecken oder Blühstreifen die Norm. Laut einer Studie von Agroscope-Forschenden können Schweizer Produzenten dank diesem Umstand mit verbesserten Ökosystem-Leistungen rechnen:

  • Bessere Schädlingskontrolle
  • Bessere Bestäubungsleistung
  • Bessere Bodenqualität (Fruchtbarkeit, Nährstoff-Kreisläufe)
  • Bessere Wasserqualität

Standortgerecht ist wichtig

Je nach Kontext konnten in der Studie auch höhere Erträge nachgewiesen werden. Bei zwei Drittel der 5000 Studien aus aller Welt, die ausgewertet wurden, brachte die Diversifizierung bessere Ernten. Um negative Effekte auf den Ertrag zu vermeiden (was bei 15 Prozent der Studien eintrat), muss laut Agroscope bei der Diversifizierung standortgerecht vorgegangen werden. 

Die Kombination verschiedener Massnahmen zur Diversifizierung (siehe Kasten) sei besonders vielversprechend, da so auch die positiven Effekte in Kombination auftreten würden. 

Schädliche Monokulturen im Ausland 

In grossen Agrarländern wie etwa den USA, Frankreich oder Deutschland dominieren oft grosse Monokulturen, schreibt Agroscope in einer Mitteilung zur Studie. Hier könnten Massnahmen wie Anbauvielfalt und Fruchtfolge, Gründüngungen statt Kunstdünger oder Blühstreifen an den Feldrändern negative Effekte wie Gewässerverschmutzung, Bodenerosion, Verlust von Artenvielfalt und zu hohe Treibhausgas-Emissionen bekämpfen. 

Insgesamt sehen die Forschenden in den Diversifizierung eine Chance, die landwirtschaftliche Produktion weniger abhängig von chemischen Hilfsmitteln zu machen, dem Klimawandel besser gewappnet zu begegnen und die weltweite Ernährungssicherheit zu verbessern. 

So einfach ist es nicht

Es gibt aber einige Gründe, die Landwirtinnen und Landwrite auf der ganzen Welt davon abhalten, ihren Betrieb zu diversifizieren. Daher listen die Studien-Autoren am Ende der Forschungsarbeit auf, was es zu deren Unterstützung, bzw. einer Veränderung im Ernährungssystem braucht:

  • Entwicklung und Verbreitung von Wissen über die Effekte verschiedener Massnahmen zur Diversifizierung
  • Finanzielle Hürden abbauen (z. B. Kredite gewähren)
  • Zugang zu der nötigen Ausrüstung schaffen
  • Technologien und Infrastruktur schaffen für die Verarbeitung und Verteilung der Produkte
  • Bessere Position der Produzenten im Machtgefüge der Wertschöpfungskette 
  • Genauere Ausrichtung von Beiträgen

So solle es für Bäuerinnen und Bauer möglich sein, mit ausreichender Entscheidungsfreiheit, Wissen und Ausrüstung ihre Betriebe zu entwickeln und zu diversifizieren. 

Was meint Diversifizierung?

In ihrer Studie stellten die Forschenden von Agroscope jeweils verschiedene Massnahmen, die der Ökologie zugute kommen sollen, konventionelleren Vorgehensweisen gegenüber. Es wurden dabei sechs Kategorien unterscheiden:

  • Diversifizierung der Kultur (z. B. Bewachsener Boden vs. Winterbrache, Intercropping oder Agroforstsysteme oder Fruchtfolge vs. Monokultur)
  • Sonstige Diversifizierung (z. B. Blühstreifen ja/nein, kleine oder grosse Felder, Bäume auf Weiden ja/nein)
  • Biologische Verbesserungen (z. B. Organischer statt mineralischer Dünger, Pflanzenkohle ja/nein, Mulchen ja/nein)
  • Inokulierung (z. B. mit Mykorrhizza-Pilzen ja/nein)
  • Reduzierte Bodenbearbeitung (z. B. Pfluglos oder weniger tiefes Pflügen vs. tiefes Pflügen)
  • Biologischer Anbau (Bio oder nicht)
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